Die gespendeten Nähmaschinen bedeuten eine große Hilfe. Das Foto zeigt Familie Spiniczenkow in ihrer selbst geschneiderten Kleidung nach traditionellem Vorbild. Foto: privat
Hilfe, die ankommt
Oerlinghausen (kd). „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu leisten, hat sich der Verein „Help up mit Herz und Hand“ zum Ziel gesetzt. Um weitere Spenden zur Unterstützung des Kinderheims „Ojciec Dim“ („Vaterhaus“) in der Ukraine zu erhalten, wurde im März Wohltätigkeitskonzert in der Helpuper Kirche organisiert. Das Vorhaben war in jeder Hinsicht erfolgreich. Bei einem Besuch in der Westukraine konnte sich der Vereinsvorsitzende Volker Neuhöfer davon jetzt persönlich überzeugen.
Rund 250 Zuhörer erlebten damals den beeindruckenden Auftritt mehrerer ukrainischer Chöre und der „Helpup Crossies“ mit und spendeten reichlich. Es kamen rund 1.200 Euro zusammen, die für zivile Projekte in der Ukraine bestimmt waren. Aus diesen Mitteln konnten unter anderem vier Nähmaschinen bereitgestellt werden.
Eine neue und zwei gebrauchte Nähmaschine hat Swetlany Spilniczenkow erhalten. Sie ist in der Stadt Tscherkassy, 150 Kilometer südöstlich von Kiew, als Berufsschullehrerin tätig und bildet dort junge Frauen zu Näherinnen aus. In ihrer Freizeit widmet sie sich ehrenamtlich der Arbeit mit Kindern.
„Für die Nähmaschinen hat sie sich überschwänglich bedankt“, berichtete der Vereinsvorsitzende Neuhöfer. Damit kann sie Kindern das Nähen beibringen, Es sind 14 Mädchen und ein Junge im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren. Sie lernen unter anderem Puppenkleidung herzustellen. „Für die Kinder ist es eine willkommene Abwechslung vom belastenden Alltag im Krieg“, sagte Neuhöfer. „Wie mir berichtet wurde, sind sie ungemein wissbegierig und mit viel Enthusiasmus dabei.“
Das Angebot ist kostenlos, zumal die Berufsschullehrerin in der Baptisten-Kirchengemeinde „Golgatha“ engagiert ist. Die Gemeinde hat auch Binnenflüchtlingen Unterkunft bei sich gewährt. Familien des Vaterhauses haben neben eigenen Kindern auch noch weitere in Pflege genommen. So haben bei Spiniczenkows, die selbst zwei eigene Kinder haben, acht weitere Kinder eine neue Familie gefunden. Bei den Kindern des Vaterhauses handelt es ich überwiegend um Sozial- oder Kriegswaisen.
„Frau Spilniczenkow würde gern noch mehr Kurse anbieten, aber es fehlen ihr weitere Räume“, sagte Neuhöfer. „Außerdem möchte sie mit den gespendeten Maschinen auch Winterkleidung für Bedürftige nähen.“ Der Verein „Help up mit Herz und Hand“ ist von der positiven Wirkung dieser Sachspenden sehr angetan und bittet daher um weitere gebrauchte Nähmaschinen.