
Grüne Oerlinghausen fördert naturfreundliche Gärten: Ulrike Meusel, Susanne Haferbeck und Conny Patrzek. Foto: © Grüne Oerlinghausen
Grüne Oerlinghausen fördert naturfreundliche Gärten
Dem Artensterben entgegenwirken und Städte klimaresilienter machen – dies war der Fokus der Infoveranstaltung „Einfach natürlich Gärtnern“ der Grünen Oerlinghausen in den Südstadtgärten. Sie zeigten das Potenzial privater Grünflächen für ökologisches Umdenken.
Mit Susanne Haferbeck (NABU Umweltbildungsstätte Rolfscher Hof) erfuhren Teilnehmende, wie kleine Gartenveränderungen große Wirkung entfalten. Haferbeck erklärte: Naturnahes Gärtnern bedeutet, der Natur Raum zu geben. Standortgerechte Pflanzungen und vielfältige Strukturen fördern Biodiversität und schaffen Lebensräume.
Praktische Schritte für mehr Natur
Zentral war die Bedeutung heimischer Pflanzen. Exotische Zierpflanzen bieten wenig Nutzen; Hecken aus einheimischen Gehölzen hingegen sind essenzielle Nahrungs- und Brutplätze für Vögel. Regionale Blühpflanzen und Gräser sind überlebenswichtig für Insekten. „Tierarten haben sich auf bestimmte Pflanzen spezialisiert“, so Haferbeck. „Verschwinden diese, ist der Tierbestand unmittelbar gefährdet.“
Ebenso wichtig sind gesunder Boden und strukturelle Vielfalt. Verzicht auf Kunstdünger zugunsten eigenen Komposts stärkt das Bodenleben. Einfacher „Wohnraum“ für Tiere: Aufgeschichtete Äste für Igel, Natursteinmauern für Eidechsen, und Wasserstellen schaffen Rückzugsorte für Amphibien.
Biodiversität: Teil der kommunalen Klimastrategie
Die Veranstaltung war integraler Bestandteil einer größeren politischen Strategie. Artenvielfalt im privaten und öffentlichen Raum ist eine wesentliche Säule städtischer Resilienz. „Biodiversität ist nicht nur ein ökologisches Ziel, sondern ein wichtiger Baustein für unseren Klimaschutz“, resümiert Conny Patrzek (Grüne Oerlinghausen). „Die Förderung der Artenvielfalt ist Bestandteil des Klimaanpassungskonzepts der Stadt Oerlinghausen. Naturnahe Gärten verbessern Mikroklima und fördern Regenwasserversickerung.“
Die Grünen Oerlinghausen betonen lokale Kooperationen: „Wir sind dankbar für das Engagement der Südstadtgärten und des NABU. Gemeinsam schaffen wir Bewusstsein, dass jeder Garten ein wertvolles Puzzleteil in einem größeren ökologischen Netzwerk ist.“

