Hermann Dedert mit einem der neuen Schilder zum „Ernährungsschutzgebiet“. Foto: WLV
Heimische Landwirtschaft stellt neue Kampagne „Ernährungsschutzgebiet“ vor
Herford-Bielefeld/WLV (Re) – Der Landwirtschaftliche Kreisverband Herford-Bielefeld hat auf dem Betrieb von Jan-Wilhelm Wetehof eine neue Kampagne namens „Ernährungsschutzgebiet“ vorgestellt. Die heimischen Landwirte fordern damit mehr Schutz für Acker- und Grünland. Kreisverbandsvorsitzender Hermann Dedert warnte eindringlich vor den Folgen des zunehmenden Flächenverbrauchs für die regionale Lebensmittelproduktion und die Ernährungssicherheit.
Kampagne für die heimische Versorgung
Die Initiative betont die zentrale Rolle heimischer Landwirtschaft für eine sichere Lebensmittelversorgung, besonders in fragilen Zeiten. Dedert hob hervor: „Ernährungssicherheit ist kein Selbstläufer“ und „wir ernähren die Demokratie.“ Die Kampagne wird mit sieben Motiven und 400 Schildern im Kreis Herford und der Stadt Bielefeld sichtbar gemacht, um die Vielfalt der regionalen Landwirtschaft zu zeigen und deren Erhalt zu fordern.
Alarmierender Flächenfraß bedroht regionale Produktion
Ein Kernproblem ist der alarmierende Flächenverbrauch. Dedert nannte konkrete Zahlen: Im Kreis Herford gingen in den Jahren 2015 bis 2024 541 Hektar landwirtschaftliche Fläche verloren. In Bielefeld waren es zwischen den Jahren 2020 bis 2024 487 Hektar. Der Vorsitzende betonte: „Schutz der landwirtschaftlichen Fläche ist Schutz unserer Ernährung.“ Die Landwirte appellieren für einen „bewussteren Umgang“, da versiegelte Flächen unwiederbringlich verloren sind.
Kritik an Landschaftsplanung und Bürokratie
Der Vorentwurf des Landschaftsplans für den Kreis Herford stößt auf Widerstand. Landwirte befürchten zusätzliche Bewirtschaftungsauflagen und Werteverluste durch Schutzgebietsausweisungen, die die regionale Erzeugung einschränken könnten. Der Berufsstand fordert klar: „Ernährungssicherheit ist das oberste Gebot der Stunde.“
Landwirt Wetehof: „Planung vom Schreibtisch aus“
Jan-Wilhelm Wetehof kritisierte anhand seines Betriebs die Auswirkungen der Planung. Er bezeichnete die vorgesehenen Änderungen für Grünland als fachlich unbegründet und auch die Kennzeichnung von Ackerland als „Auen und Sieke“ sei angesichts reinen Sandbodens realitätsfern. Wetehofs Fazit: „Das ist eine Planung vom Schreibtisch aus über die Köpfe der Betroffenen hinweg!“