
MdB Robin Wagener (Grüne, 2.v.l.) sprach mit den zuständigen Mitarbeitern des awb e.V. über die Konsequenzen des Wegfalls der Unterstützung der Sprachkurse durch das BAMF. (v.l.) Roselind Beineke (Vereinsleitung), Maureen Wiele (Pädagogische Leitung), Eleni Gilia (Leitung Sprachkurse) Integrationsberaterin Susanne und der Vereinsvorsitzende Ulrich Steinmetz. Foto: Reiner Toppmöller
Integrationskurse in Gefahr: BAMF-Zulassungsstopp bedroht soziale Träger und Sprachförderung
Salzuflen (rto). Seit dem 9.2.2026 sind nachrangige Zulassungen zu Integrationskursen nach § 44 Abs. 4 AufenthG durch das Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gestoppt. Betroffen sind u.a. Unionsbürger, ukrainische Flüchtlinge und Asylbewerber deren Sprachkurse nicht mehr bezahlt werden. Diese Entscheidung trifft den awb e.V. als größten und erfolgreichsten Sprachkursanbieter mit zwei Standorten in Bad Salzuflen unmittelbar und hart. Nicht nur die Sprachschüler sind davon betroffen, rund 40 Beschäftigte sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer trifft es ebenfalls.
Suche nach politischer Unterstützung
Grund genug für den Vereinsvorsitzenden Ulrich Steinmetz, sich an die zuständigen Bundestagsabgeordneten aus Lippe zu wenden, um auf die Dramatik für den Verein aufmerksam zu machen. Der Einladung zum Gespräch ist aber nur Robin Wagener (Bündnis 90/ Die Grünen) nachgekommen.
Sowohl er als auch der Vereinsvorsitzende des awb wiesen darauf hin, dass der pauschale Zulassungsstopp den Koalitionsvertag von Union und SPD widerspricht, der ausdrücklich vorsieht, Integrationskurse fortzusetzten und von Anfang an zu ermöglichen.
Robin Wagener kritisiert Folgen
Robin Wagener hat die politische Brisanz dieser Situation erkannt und sagte, der Zulassungsstopp gefährdet nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die Integrationsmöglichkeiten für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, Geflüchtete aus der Ukraine und weitere Personengruppen, die die Sprachförderung dringend benötigen. „Zu einer vernünftigen Integration gehört immer auch der Gebrauch der Sprache“, so der Bundestagsabgeordnete. Die Wirtschaft brauche Arbeitskräfte auch aus dem Ausland, aber ohne Sprache gehe es nicht, sagte er und wies zusätzlich auf das Problem hin, dass der Staat sich auf die Träger verließe, ihnen aber gleichzeitig das Geld dafür entziehe.
„Die Grünen im Bundestag haben das Thema bereits thematisiert und die Regierung aufgefordert die Förderung weiter sicher zu stellen“, so Wagener.
Drohende Entlassungen und bundesweiter Appell
Beim awb führt die Kürzung bereits dazu, dass vier bis fünf Kurs im laufenden Jahr wegfallen. Da der Verein die Lehrkräfte festangestellt hat, würde das bedeuten, das hier Entlassungen anstehen. Deshalb sucht der Verein nicht nur den Kontakt zu den heimischen Abgeordneten, sondern unterstützt auch den Appell des Bündnisses ”Gesamtprogramm Sprache retten” dem u.a. die Gewerkschaften, Soziale Einrichtungen und der Deutsche Volkshochschul-Verband angehören. Das Bündnis fordert den uneingeschränkten Zugang zum Integrationskurs für geflüchtete und zugewanderte Menschen.
40 Jahre awb e.V.
Der Verein awb am Kliliansweg besteht seit 40 Jahren und hat sich in dieser Zeit zu einem sozialen Bildungszentrum für die Stadt entwickelt.

