Salzflen (rto). Mit ihrem Charles Dickens-Festival präsentierte die ”Kulturwerkstatt Blomberger Land e.V.” erstmals ihr viktorianischer Event im Kurpark der Salzestadt.
Ein Festival mit „Großen Erwartungen“
Das Festival mit dem neuen Konzept unter dem Motto: „Große Erwartungen” trug nicht nur den Namen eines Buches des Autors, sondern sollte auch den Flair eines Jahrmarktes aus der Viktorianischen Zeit mit tollen Kostümen, Künstlern und Aktionen widerspiegeln. Das ist für den Anfang eines so großen Projektes im Kurpark gelungen. Rund 2000 verkaufte Karten konnte Ralf Hammacher am Ende des Festes verkünden. „Das ist für eine erste Veranstaltung dieser Art sehr gut und ein Zeichen dafür, dass man es wiederholen sollte“, so der Fachbereichsleiter.
Lebendige Charaktere aus Dickens‘ Welt
Die Vereinsmitglieder spielten in den zwei Tagen Szenen und Rollen aus der Zeit und dem Buch, das den Titel zur Veranstaltung gab, und ließen sich gerne fotografieren. So liefen neben einer Lumpenfrau, die die Gäste vorlaut ansprach, auch die traurige Figur einer alten Frau in ihrem zerfledderten Brautkleid, Figuren aus Dickens‘ Schaffen durch den Park und erzählten ihre traurigen Geschichten.
Einblicke in die Trauerkultur des 19. Jahrhunderts
Traurig oder trauernd waren Francis Gisbers und Hendrik Weihermann in ihrem rollenden Museum für Bestattungskultur nicht. An beiden Tagen waren sie mit ihrer Sonderpräsentation der Trauerkultur des 19. Jahrhunderts dabei. Aufgeschlossen diskutierten sie mit den Besuchern über Tod und Sterben im 19. Jahrhundert und erklärten den Koffer der sogenannten Totenfrau, die kam, um die Verstorbenen zu richten, oder das Brauchtum der Totenkrone für ledige Verstorbene.
Positive Bilanz trotz Herausforderungen
Es sei nicht einfach gewesen, die Dezember-Veranstaltung aus Blomberg jetzt in den September zu verlegen. Viele Schausteller und Gewerbetreibende seien bereits ausgebucht gewesen. Aber nach langer Vorbereitungszeit sei doch etwas Schönes herausgekommen, freute sich Barbara Hamann, die Vorsitzende des Vereins, am Ende. Sie zeigte sich zuversichtlich, im nächsten Jahr wiederzukommen.
Vielfältiges Rahmenprogramm und Musik
Es gab Kleinkunst und Händler auf den Wegen, eine Feuershow und Töpfern für Kinder. In einem schwarzen Jute-Zelt illuminierte eine klassische Laterna Magica die Geburtsstunde der Projektionskunst. Über die Tage hinweg sorgten das Osnabrücker Trio „Krabauter“ die Zuhörer mit Spielmannskunst aus fünf Jahrhunderten in historische Klangwelten, ergänzt durch schwungvolle Folksongs aus Irland, Schottland und England von dem Duo „Joyful Kilians“. Sonntag kamen noch zwei Chöre dazu. Am Samstagabend versammelten sich die letzten Besucher zum Sonnenuntergang an der Bühne zum gemeinsamen Konzert der Musiker und sangen in besinnlich schöner Stimmung das bekannte Lied von ’Melly Melone’.
Begeisterung bei Besuchern und attraktive Kinderangebote
Überhaupt waren die meisten Besucher beeindruckt von der schönen und entspannten Atmosphäre im Kurpark, einfach nur sitzen und die kostümierten Figuren flanieren sehen. Für die Jüngsten gab es Mitmach- und Unterhaltungsangebote, wo die Eltern ihre Kinder auch allein lassen konnten. Eine interaktive Töpferei und Geschichtenerzähler Jochen Hettig mit seinem vielseitigen, epochentypischen Repertoire sorgten für Kurzweil.
Ein vielversprechender Start
Insgesamt, auch wenn es an einigen Stellen vielleicht etwas hakte, ein gelungener Start für Stadt und Verein in eine hoffentlich lange Zukunft mit einer Veranstaltung, die in den Kurpark passt wie sonst nichts.







Häufig gestellte Fragen
Wann und wo fand das erste Charles Dickens Festival statt?
Das erste Charles Dickens Festival fand im September im Kurpark der Salzestadt Salzflen statt.
Wer hat das Festival veranstaltet?
Veranstalter des Festivals war die ”Kulturwerkstatt Blomberger Land e.V.”.
Welche besonderen Attraktionen gab es für Besucher?
Besucher konnten lebendige Charaktere aus Dickens‘ Welt treffen, ein Museum für Bestattungskultur besuchen, Kleinkunst und Händler erleben sowie Musik von „Krabauter“ und „Joyful Kilians“ genießen. Für Kinder gab es Töpfern und den Geschichtenerzähler Jochen Hettig.
Wie viele Besucher kamen zum Festival und wie war die Bilanz?
Es wurden rund 2000 Karten verkauft. Der Fachbereichsleiter Ralf Hammacher und die Vereinsvorsitzende Barbara Hamann zogen eine positive Bilanz und zeigten sich zuversichtlich für eine Wiederholung der Veranstaltung im nächsten Jahr.