Die Ausgrabung auf einer kleinen Kuppe am Rande des Baderbachs erfolgte unter Leitung von Angelina Friedrich und der LWL-Archäologie für Westfalen. Dr. Sven Spiong (LWL-Außenstelle Bielefeld) betonte die entscheidende Bedeutung der Lage. Bäche, Quellen und fruchtbarer Lössboden machten solche Gebiete seit Jahrtausenden zu bevorzugten Siedlungsplätzen. Die Region am nördlichen Teutoburger Wald ist für ihre hohe Fundstellendichte bekannt, wie LWL-Referent Sebastian Düvel hervorhebt: „An jedem Bach, der hier herunterfließt, liegen mit hoher Wahrscheinlichkeit mehrere Siedlungen aus verschiedenen Epochen.“
Einblick in den eisenzeitlichen Hausbau
Der aufgedeckte Hof, datiert auf das 3. bis 1. Jahrhundert v. Chr., ist rund 300 Jahre älter als die benachbarte germanische Siedlung in Bielefeld-Sieker. Das Haupthaus weist die für späteisenzeitliche Häuser typischen Doppelpfosten unter dem Dachfirst auf. Diese Bauweise markiert den Beginn der späten Eisenzeit in Westfalen und gilt als Vorläufer der germanischen Langhäuser. Erdverfärbungen zeigen den Standort des einst 20 Meter langen und 7 Meter breiten Gebäudes.
Die „Eilshausener Gruppe“
Die Bewohner dieser Epoche in Ostwestfalen und Niedersachsen werden archäologisch als „Eilshausener Gruppe“ bezeichnet, charakterisiert durch spezifische Brandbestattungen und Grabbeigaben. Trotzdem gab es intensive Verbindungen zur nordöstlichen Jastorf-Kultur und ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. auch zur keltischen Welt.
Die Siedlung in Bielefeld-Stieghorst ist ein wichtiges Puzzleteil zum Verständnis des Lebens vor 2.000 Jahren. Ein zusätzlicher Fund – eine fein gearbeitete Pfeilspitze aus Feuerstein – weist zudem auf eine Nutzung des Ortes bereits vor rund 4.000 Jahren hin, was die langjährige Attraktivität dieses Standortes unterstreicht.

Häufig gestellte Fragen
Was wurde in Bielefeld-Stieghorst entdeckt?
In Bielefeld-Stieghorst wurde ein über 2.000 Jahre alter eisenzeitlicher Hof freigelegt. Zusätzlich wurde eine 4.000 Jahre alte Pfeilspitze gefunden.
Wer leitete die Ausgrabungen?
Die Ausgrabungen wurden von Angelina Friedrich und der LWL-Archäologie für Westfalen geleitet, mit Beteiligung von Dr. Sven Spiong und Sebastian Düvel von der LWL-Außenstelle Bielefeld.
Welche Bedeutung hat der entdeckte Hof?
Der Hof, datiert auf das 3. bis 1. Jahrhundert v. Chr., ist rund 300 Jahre älter als die benachbarte germanische Siedlung in Bielefeld-Sieker und liefert wichtige Einblicke in den eisenzeitlichen Hausbau in Westfalen. Er wird der sogenannten „Eilshausener Gruppe“ zugeordnet.