Salzuflen (rto). Auch wenn sich Geschichte nicht wiederholen soll, so wie viele es sagen, so sind sich die Zeiten von vor hundert Jahren und heute sich doch sehr ähnlich. Mit ”Glanz auf dem Vulkan” gastierte in der Salzufler Konzerthalle nicht nur eine rein vital und den Zeitgeist vermittelnde Truppe den Tanz auf dem Vulkan der Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Eine Ode an diese aus den Fugen geratene Gesellschaft in Berlin, dieser so oft geschundenen Stadt, und das ausufernde Leben vor den Hintergrund aufkommender grausiger Zeiten. Vergleichbar mit heute? Warum nicht. Der Kontrollverlust der Regierenden, die aufkommende Dunkelheit, das Gewinnen der politischen Ränder und die Menschen denen das alles egal zu sein scheint.

Bühnenspektakel und Zeitgeschehen

Auf der Bühne, jenes zügellose Leben, das laut und bunt gezeigt wird. Wo auch immer wieder der Tod, in seinen vielen Facetten mitspielt („Weil ich weiß, dass ich sterben muss. Das gibt mir die Kraft zu Leben“). Dazu der Hinweis auf das Ende der Weimarer Republik, das Ansteigen der Kriminalität und die Hoffnung, Jahr für Jahr, dass es besser wird, bis dann der Krieg alles zu Nichte machte. Am Ende der Vergleich nach dem Lied „Schwarze Augen”, das von einem Deutschen geschrieben und textlich von einem Ukrainer stammen soll und die Aufforderung endlich mit diesem sinnlosen Krieg aufzuhören. Schließlich der Hinweis auf die Welt die damals wie heute in Flammen steht und keiner weiß wie es weiter gehen wird. Hell, laut und im schnellen Wechsel ist das Treiben jener Zeit, nicht nur auf der Bühne, und treibt Babylon unaufhaltsam in die Apokalypse.

Barbusige Frauenkörper und schrille Typen täuschen über den Ernst der Lage hinweg. Jeder kennt nur noch sich. So wie heute? Eine stimmgewaltige Evi Niessner führt als Conférencier durch das Programm und gibt hin und wieder Hinweise auf die sterbende Republik oder den unsäglichen Krieg in der Ukraine.

Die mitreißende Show

Was alles könnte man hinein interpretieren, wäre da nicht die großartige Show von Evi Nissner und Mr. Leu die zusammen mit ihrer Band ”The Glanz” und einem internationalen Ensemble, die die Konzerthalle im Kurpark am Ende zu stehendem Applaus animierte. In der Abendshow ”Glanz auf dem Vulkan” traf Kabarett auf Charleston, Livemusik auf Tanz, Artistik auf Humor und ein bisschen Frivolität: Willkommen im Berlin der wilden 1920er-Jahre. Mit Charleston, Tango, Jazz, Ballett und Modern Dance sowie dem authentischen 20er-Jahre-Sound und aufwendigen Kostümen sowie spektakulärem Licht- und Videodesign ging es auf eine rasante Reise zwischen Rausch und Realität: Bohème und Dandys, Cabaret und Revue.

Ein Abend, energiegeladen, exzentrisch und garantiert nicht langweilig. Da durften auch Songs wie ”Cabaret” oder „Minnie the Moocher“ nicht fehlen mit denen die Künstler auch zum gemeinsamen Singen der gut gefüllten Konzerthalle aufforderten. Am Ende vor dem großen Finale noch der nachdenkliche Hinweis der glitzernden Conférencier wie lebhaft die Zwanziger Jahre waren, bevor die große Dunkelheit kam: „Wir stehen wieder kurz davor, lasst uns feiern für unsere Demokratie.“

Zwei Frauen in roten Fransenkleidern tanzen auf einer Bühne, eine Person in langem rotem Kleid mit Zigarette posiert
Ein bisschen Charleston, bisschen Travestie, Im Hintergrund stimmgewaltig moderiert von Evi Nissner.
Vier Tanzende auf einer Bühne, ein maskierter Mann und drei Frauen in Show-Kostümen unter rotem Licht
Immer wieder spielt der Tod, in seinen vielen Facetten mit ( „Weil ich weiß, dass ich sterben muss. Das gibt mir die Kraft zu Leben.“)
Ein Pianist, ein Kontrabassist und ein Akrobat, der einen großen Würfel über dem Kopf hält, auf einer Bühne
Ein bisschen Akrobatik gehört auch zum Varieté.

Häufig gestellte Fragen

Worum ging es in der Show „Glanz auf dem Vulkan“?

Die Show präsentierte ein buntes Bühnenspektakel, das den Zeitgeist der Zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts vermittelte und zum Nachdenken über Parallelen zur heutigen Zeit anregte. Sie verband Kabarett, Charleston, Livemusik, Tanz, Artistik, Humor und Frivolität in einer rasanten Reise durch das Berlin der wilden 1920er-Jahre.

Wer waren die Hauptakteure der Show?

Die Show wurde von Evi Niessner als Conférencierin geleitet und von Evi Niessner und Mr. Leu mit ihrer Band „The Glanz“ sowie einem internationalen Ensemble gestaltet.

Wo fand die Vorstellung statt?

Die Show „Glanz auf dem Vulkan“ gastierte in der Konzerthalle im Kurpark in Salzuflen.

Welche gesellschaftlichen Themen wurden in der Show behandelt?

Die Show reflektierte das ausufernde Leben und die aufkommenden dunklen Zeiten der Weimarer Republik und zog Parallelen zu heutigen gesellschaftlichen Entwicklungen wie dem Kontrollverlust der Regierenden und dem Anstieg politischer Ränder. Zudem wurde die Sinnlosigkeit des Krieges thematisiert.