Die Landwirte in der Region Herford-Bielefeld profitieren derzeit von guten Bedingungen für ihre Feldarbeiten. Wie Hermann Dedert, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, berichtet, sind die herbstlichen Erntearbeiten in vollem Gange, parallel dazu läuft die wichtige Aussaat des Getreides für das kommende Jahr.
Die Wintergerste ist bereits gut aufgelaufen, begünstigt durch den jüngsten Regen, der für ausreichende Feuchtigkeit im Boden sorgte. Aktuell konzentrieren sich die Bauern auf die Aussaat von Weizen, der traditionell nach Blattfrüchten wie Kartoffeln, Mais oder Zuckerrüben angebaut wird. „Auf den Flächen, auf denen noch Mais oder Rüben stehen, erfolgt die Aussaat im Anschluss“, erklärt Dedert. Die Hoffnung auf weiterhin gutes Wetter ist groß, um die Rüben- und Maisernte sowie die Feldbestellung zügig abzuschließen.
Herbsternte mit gemischten Ergebnissen
Bei den Kartoffeln ist die Ernte nahezu abgeschlossen, wobei die Erträge deutlich geringer ausfallen als im Vorjahr. Hauptursache hierfür waren die Trockenheit und Hitze während der Vegetationsperiode. Die Maisernte zeigt ein sehr heterogenes Bild: Während Silomais bereits abgeerntet ist, wird Körnermais noch eingeholt. Die frühe Ernte in diesem Jahr, ebenfalls beschleunigt durch Hitze und Trockenheit, führt zu einer breiten Spanne bei Ertrag und Qualität, insbesondere mit beträchtlichen Einbußen auf trockeneren Standorten.
Auch die Zuckerrübenernte läuft und wird sich noch bis in den späten Herbst ziehen, gefolgt von der Verarbeitung bis Ende Januar. Nach einem guten Start im Frühjahr machten sich auch hier hohe Temperaturen und fehlende Niederschläge bemerkbar, weshalb die Rübenbauern mit höchstens durchschnittlichen Erträgen rechnen.
Wirtschaftlicher Druck bleibt hoch
Unabhängig von den Ernteergebnissen stehen die Bauernfamilien weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Hohe Kosten für Energie, Diesel und Dünger treffen auf unzureichende Erlöse, was die Betriebe stark belastet.
Besonders dramatisch ist die Lage in der Tierhaltung. Die wirtschaftliche Situation der Schweinehalter wird als „mehr als ruinös“ beschrieben. Bei den Milchviehhaltern hat sich die Situation nach einem schwierigen ersten Halbjahr zuletzt immerhin leicht verbessert.


Häufig gestellte Fragen
Welche Herausforderungen bestehen für Landwirte in Herford-Bielefeld im Herbst 2023?
Landwirte in Herford-Bielefeld stehen im Herbst 2023 vor gemischten Ernteergebnissen, die durch Trockenheit und Hitze beeinträchtigt wurden. Zudem belasten hohe Kosten für Energie, Diesel und Dünger sowie unzureichende Erlöse die Betriebe erheblich.
Wie sind die Ernteergebnisse der wichtigsten Feldfrüchte in der Region Herford-Bielefeld?
Die Erträge bei Kartoffeln fallen deutlich geringer aus als im Vorjahr. Die Maisernte zeigt ein heterogenes Bild mit beträchtlichen Einbußen auf trockeneren Standorten. Auch bei Zuckerrüben wird höchstens mit durchschnittlichen Erträgen gerechnet.
Welcher wirtschaftliche Druck betrifft die Bauernfamilien besonders stark?
Die Bauernfamilien leiden unter hohen Kosten für Energie, Diesel und Dünger, die auf unzureichende Erlöse treffen. Die wirtschaftliche Situation der Schweinehalter wird als „mehr als ruinös“ beschrieben.
Welche Feldarbeiten finden aktuell statt?
Aktuell laufen in der Region Herford-Bielefeld die herbstlichen Erntearbeiten und parallel dazu die Aussaat des Getreides für das kommende Jahr. Wintergerste ist bereits aufgelaufen, und die Bauern konzentrieren sich auf die Aussaat von Weizen sowie den Abschluss der Rüben- und Maisernte.