
Wald Teambuilding: Teilnehmende des Kinder- und Jugendrates Bielefeld beim Workshop in Haus Neuland. Fotos: © Haus Neuland, Julia Weiher
Fünf Jahre engagierte Jugendbeteiligung: Haus Neuland stärkt junge Stimmen in NRW
In Bielefeld-Sennestadt feiert die Bildungsstätte Haus Neuland in diesem Sommer 2023 das fünfjährige Jubiläum der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente (KiJuPa) in Nordrhein-Westfalen. Seit 2018 stärkt das wegweisende Projekt dort die demokratische Teilhabe junger Menschen in den Kommunen, indem es Kinder- und Jugendgremien in ganz NRW unterstützt, qualifiziert und vernetzt.
„Wir wollen Kindern und Jugendlichen eine starke Stimme geben und sie darin unterstützen, ihre Kommune aktiv mitzugestalten“, bekräftigt Janika Hoppe, Projektleiterin der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente in Haus Neuland. Diese Mission ist umso wichtiger, als in NRW bereits über 100 Städte und Gemeinden solche Gremien etabliert haben, die jungen Menschen die Möglichkeit bieten, ihre Perspektiven in kommunalpolitische Prozesse einzubringen und Entscheidungen mitzugestalten.
Junge Stimmen gestalten aktiv mit
Die Bedeutung dieser Beteiligung zeigt sich eindrucksvoll am Beispiel des Jugendrats Hagen. Engagierte Jugendliche beschrieben ihre Arbeit in einem Workshop in Haus Neuland mit Begriffen wie „Mitbestimmung„, „Beteiligung„, „Veränderung„, „Miteinander“ und „Vernetzung„. Sie verstehen sich als Sprachrohr für junge Bürgerinnen und Bürger in ihrer Stadt und möchten dort mitreden, wo ihre Zukunft und ihr Alltag unmittelbar betroffen sind.
Hier setzt die Akademie gezielt an: Sie bietet Workshops und Qualifizierungsangebote, die den jungen Engagierten helfen, gemeinsame Ziele zu definieren, als Team zusammenzuwachsen und konkrete Maßnahmen für ihre Ideen zu entwickeln. Rund 400 Kinder und Jugendliche aus ganz NRW nehmen jährlich an diesen Angeboten teil – sowohl aus bereits bestehenden als auch aus neu entstehenden Gremien.
Vielfältige Inhalte für starke Akteure
Das inhaltliche Spektrum der Akademie ist breit gefächert: Es reicht von Einführungen in die ehrenamtliche Gremienarbeit über kommunalpolitische Entscheidungsprozesse bis hin zu Planspielen und praxisnahen Beispielen. Auch die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen wie Rechtsextremismus und demokratiefeindlichen Tendenzen ist fester Bestandteil des Programms. Ergänzt wird dies durch Trainings in Kommunikation, Moderation, Grundlagen des Projektmanagements und zur konstruktiven Konfliktlösung.
„Unser Ziel ist es, politische Bildung mit konkreter Handlungskompetenz zu verbinden“, erklärt Janika Hoppe. „Die Jugendlichen entwickeln ihre persönlichen Fähigkeiten weiter und erfahren ganz praktisch, wie entscheidend klare Kommunikation, gute Planung und verlässliche Zusammenarbeit für nachhaltige Beteiligungsprozesse sind.“
Vernetzung als Erfolgsfaktor
Ein weiterer zentraler Pfeiler der Akademie ist die Vernetzung der Gremien und der Austausch unter den jungen Aktiven. Bei Treffen in Haus Neuland kommen Engagierte aus verschiedenen Kommunen zusammen, teilen Erfahrungen und lernen voneinander. Dies fördert neue Ideen, Kontakte und Impulse, die anschließend in die eigenen Kommunen getragen werden können.
„Viele Teilnehmende nutzen die Gelegenheit, andere engagierte junge Menschen aus verschiedenen Kommunen kennenzulernen, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen“, betont Hoppe. „Dieser Austausch über die eigene Kommune hinaus stärkt das Gemeinschaftsgefühl und bringt neue Impulse für die Arbeit vor Ort.“
Breite Unterstützung für die Zukunft
Träger der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente ist der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. (AdB), wobei Haus Neuland die Verantwortung für NRW übernimmt. Das Projekt ist zudem Teil der bundesweiten Initiative „Starke Kinder- und Jugendparlamente“ und der Jugendstrategie der Bundesregierung. Gefördert wird es aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, mit einer Projektlaufzeit, die noch bis Juni 2027 reicht.
Nach fünf Jahren zieht Haus Neuland eine durchweg positive Zwischenbilanz. Janika Hoppe resümiert: „Die vergangenen Jahre haben uns immer wieder gezeigt, wie wichtig kontinuierliche Begleitung, Qualifizierung und Motivation für eine lebendige Beteiligungskultur sind – und wie lebendig Demokratie wird, wenn junge Stimmen Raum bekommen.“
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Akademie für Kinder- und Jugendparlamente (KiJuPa) und wann feiert sie Jubiläum?
Die Akademie für Kinder- und Jugendparlamente (KiJuPa) ist ein Projekt der Bildungsstätte Haus Neuland in Bielefeld-Sennestadt, das die demokratische Teilhabe junger Menschen in den Kommunen Nordrhein-Westfalens stärkt. Sie unterstützt, qualifiziert und vernetzt Kinder- und Jugendgremien in ganz NRW und feiert in diesem Sommer 2023 ihr fünfjähriges Jubiläum.
Welche Inhalte und Trainings bietet die Akademie an?
Das breite Spektrum der Akademie reicht von Einführungen in die ehrenamtliche Gremienarbeit und kommunalpolitische Entscheidungsprozesse über Planspiele und praxisnahe Beispiele. Es werden auch gesellschaftlich relevante Themen wie Rechtsextremismus behandelt. Ergänzend gibt es Trainings in Kommunikation, Moderation, Grundlagen des Projektmanagements und zur konstruktiven Konfliktlösung.
Wer sind die Träger und Förderer der Akademie?
Träger der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente ist der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. (AdB), wobei Haus Neuland die Verantwortung für Nordrhein-Westfalen trägt. Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Warum ist die Vernetzung junger Engagierter wichtig?
Die Vernetzung ermöglicht es jungen Menschen aus verschiedenen Kommunen, sich kennenzulernen, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen. Laut Projektleiterin Janika Hoppe stärkt dieser Austausch das Gemeinschaftsgefühl und bringt neue Impulse für die Arbeit in den jeweiligen Kommunen mit sich.




