Alarmierende Zahlen: Zahnvorsorge bei Kindern mangelhaft

21. Sep. 2026 | Gesundheit

Junge sitzt im Zahnarztstuhl mit offenem Mund, Hände mit Handschuhen halten zahnärztliche Instrumente zur Untersuchung

Nur jedes zweite Kind nimmt Vorsorge wahr: AOK NordWest mahnt zu früher Zahngesundheit in Lippe und Bielefeld

Kreis Lippe / Bielefeld. Nur jedes zweite Kind im Kreis Lippe nimmt die wichtigen Zahnvorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Dies ist das alarmierende Ergebnis einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest, die anlässlich des Tages der Zahngesundheit am 25.9.2026 veröffentlicht wurde. Die Zahlen verdeutlichen einen erheblichen Nachholbedarf bei der Mundgesundheit junger Menschen in der Region.

Im Kreis Lippe nahmen insgesamt 9.677 Kinder und Jugendliche die kostenfreien Untersuchungen in Anspruch. Das entspricht lediglich 56,2 Prozent aller AOK-versicherten Kinder und Jugendlichen im Alter von sechs bis 17 Jahren. In Bielefeld ist die Situation geringfügig besser, aber immer noch besorgniserregend: Hier nutzten 8.879 Kinder und Jugendliche das Angebot, was 60,4 Prozent der Versicherten in dieser Altersgruppe entspricht.

„Bei der Zahnvorsorge ist noch viel Luft nach oben. Kontinuierliche Zahnarztbesuche sind entscheidend für die lebenslange Erhaltung der Mundgesundheit. Je früher dabei mit der gezielten Zahnpflege begonnen wird, desto besser“, betont Matthias Wehmhöner, AOK-Serviceregionsleiter. Er unterstreicht die Notwendigkeit, das Bewusstsein für präventive Maßnahmen zu schärfen.

Zahngesundheit beginnt im Kleinkindalter

Bereits ab dem Durchbruch des ersten Zahns sind Kinderzähne anfällig für Karies und Zahnfäule. Daher ist die zahnmedizinische Früherkennung für Kinder bis sechs Jahre von entscheidender Bedeutung. Zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem vollendeten sechsten Lebensjahr besteht ein Anspruch auf sechs zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen.

„Um Karies im Milchzahngebiss von Kleinkindern zu vermeiden, sollte die Zahnvorsorge schon mit dem Durchbruch des ersten Zahns beginnen“, so Wehmhöner. Er weist darauf hin, dass gesunde Milchzähne das Risiko von Zahn- und Kieferfehlstellungen der bleibenden Zähne erheblich verringern. Auch die Eltern sind in dieser Phase gefragt, um das Kind an eine regelmäßige Zahnpflege zu gewöhnen. „Mit der zahnmedizinischen Früherkennung stärken wir die frühkindliche Mundgesundheit und wollen den Kindern direkt am Lebensanfang die Basis für eine zahngesunde Zukunft geben“, führt Wehmhöner aus.

Kontinuierliche Vorsorge im Kindes- und Jugendalter

Nach der zahnärztlichen Früherkennung setzen sich die halbjährlichen Untersuchungen im Rahmen der Individualprophylaxe für Kinder von sechs bis 17 Jahren fort. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Prophylaxe zweimal jährlich. Zudem wird die Fissurenversiegelung der bleibenden großen Backenzähne bis zum 18. Lebensjahr vollständig bezahlt – ein wichtiger Schutz vor Karies.

Verbesserte Dokumentation geplant

Um Eltern besser über die vorhandenen zahnärztlichen Früherkennungsangebote zu informieren und die Inanspruchnahme zu fördern, plant der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine umfassende Anpassung des Kinderuntersuchungsheftes. Ab dem 1.1.2026 werden die Ergebnisse der sechs zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen in einem eigenen Abschnitt dokumentiert und mit Hinweisen für die Eltern ergänzt. Bisher erfolgte dies gesondert in sogenannten Kinderzahnpässen der Zahnärzteschaft.

Der diesjährige Tag der Zahngesundheit steht unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – kau dich fit“. Die uneingeschränkte und schmerzfreie Kaufähigkeit ist eine der Säulen für ein lebenslanges Wohlbefinden. Weitere Informationen zu diesem wichtigen Thema finden Interessierte im Internet unter: www.tagderzahngesundheit.de

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Kinder nehmen an der Zahnvorsorge teil?

Im Kreis Lippe nehmen laut AOK NordWest lediglich 56,2 Prozent der AOK-versicherten Kinder und Jugendlichen im Alter von sechs bis 17 Jahren die kostenfreien Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. In Bielefeld sind es 60,4 Prozent der Versicherten in dieser Altersgruppe.

Warum ist Zahnvorsorge bei Kindern wichtig?

Kontinuierliche Zahnarztbesuche sind laut AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner entscheidend für die lebenslange Erhaltung der Mundgesundheit. Je früher mit der gezielten Zahnpflege begonnen wird, desto besser. Zudem verringern gesunde Milchzähne das Risiko von Zahn- und Kieferfehlstellungen der bleibenden Zähne.

Ab wann sollte die Zahnvorsorge beginnen?

Die Zahnvorsorge sollte bereits mit dem Durchbruch des ersten Zahns beginnen. Zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem vollendeten sechsten Lebensjahr besteht ein Anspruch auf sechs zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen.

Was plant der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zur Förderung der Zahnpflege?

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) plant ab dem 1. Januar 2026 eine umfassende Anpassung des Kinderuntersuchungsheftes. Ziel ist es, Eltern besser über die zahnärztlichen Früherkennungsangebote zu informieren und die Dokumentation der sechs zahnärztlichen Untersuchungen zu verbessern.

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