Als Stammkunden Felix und Christiane Schröer bedauerten, dass ihre nahe gelegene Einkaufsmöglichkeiten jetzt nicht mehr existiert. Foto: kd
Abschied vom LiLi-Markt
Oerlinghausen (kd). Gedrückte Stimmung am letzten Öffnungstag des LiLi-Marktes: Nach elf Jahren endete das Experiment, in Lipperreihe einen Bürgerladen zu betreiben. Seit Dezember gibt es auch die DorfFunk-App nicht mehr, das traditionelle Osterfeuer wurde abgesagt. Damit wurde ein Prozess ausgebremst, der im Jahr 2013 mit breiter Bürgerbeteiligung und hohen Erwartungen unter dem Motto „Mehr Lebensqualität in Lipperreihe“ begonnen hatte.
Ausverkauf und Schnäppchenjagd am letzten Tag
Die Kühlregale für Käse und Wurst waren schon geleert. Auf etlichen Waren klebte ein auffälliger Aufkleber, der auf einen Nachlass von „50 Prozent“ hinwies. Mit vor gepackten „Retter-Tüten“ zum Pauschalpreis von 5 Euro wurden Gemüse und die letzten Süßwaren angeboten. Etliche Schnäppchenjäger nutzten die günstige Gelegenheit und griffen zu. Langlebige, noch haltbare Ware wird ein befreundeter Nahkauf-Markt übernehmen.
Stabile Umsätze trotz bevorstehender Schließung
In den vergangenen Wochen hatte der Verein „Leben in Lipperreihe“ dazu aufgerufen, noch einmal im Laden einzukaufen, um das Ausräumen zu erleichtern. „Zu unserer Überraschung sind die Umsätze sogar relativ stabil geblieben, obwohl wir natürlich nicht mehr das gesamte Sortiment hatten und sich viele Kunden schon anders orientiert haben“, berichtete Andreas Otte, einer der Gesellschafter des LiLi-Marktes.
Wehmut und ehrenamtliches Engagement
Viele Kunden äußerten ihr Bedauern: „Es ist schon schade, dass es diese Einkaufsmöglichkeit nicht mehr gibt.“ Bruno-Heinz Weber hat die Entwicklung von Beginn an begleitet und ungezählte Stunden an ehrenamtlicher Arbeit für den Markt geleistet. „Ich weiß noch, dass wir im Anfang hier stundenlang zwischen den Regalen gesessen und mit Lieferanten verhandelt haben“, sagte er. „Wir haben vieles selbst gemacht, sogar die ersten Plakate gemalt.“ Enttäuscht zeigte sich Weber jedoch keineswegs. „Wir müssen froh sein, dass das Projekt so lange existierte.
Verlust eines wichtigen sozialen Treffpunkts
Auch Christiane Schröer und ihr Sohn Felix suchten den Laden noch ein letztes Mal auf. „Es ist wirklich traurig, Einkaufen wird jetzt schwieriger“, meinte die Stammkundin. „Es war so angenehm, das Geschäft fußläufig zu erreichen und auch mal spontan herzukommen.“ Vor allem schätzte Christiane Schröer, dass sich der LiLi-Markt zu einem echten Treffpunkt entwickelt hat. „Man traf immer jemanden und konnte sich unterhalten“, sagte sie. Sohn Felix Schröer war nicht ganz so verstimmt. „Man muss das positiv sehen“, meinte er. „Wir sind dankbar für die Zeit, in der das möglich war.“