Der Kunstverein Oerlinghausen zeigt Werke von Wolfgang Troschke

12. Jan. 2026 | Oerlinghausen

Bilder mit Tiefe

Malerische Innovationen

Oerlinghausen (kd). „Malerische Innovationen“ werden gegenwärtig im Kunstverein Oerlinghausen gezeigt. So hat Wolfgang Troschke die Ausstellung mit seinen Bildern genannt, die in der jüngsten Zeit entstanden sind.

Rätselhafte Zeichen, Formen und Linien

Troschke macht es den Betrachtern seiner Kunst nicht leicht. Die Werke tragen keine herkömmlichen Titel, sondern lediglich Nummern. Das entspricht den rätselhaften Zeichen, Formen und Linien, die seine Bilder kennzeichnen. Mal glaubt man reale Figuren oder Objekte zu erkennen, mal entziehen sie sich jeder Interpretation und stehen nur für sich allein. Bewusst verwischt der 78-jährige Künstler die Grenzen zwischen figürlichen und abstrakten Elementen. „Die Betrachter möchten immer etwas Konkretes erkennen“, erläuterte Andreas Beaugrand, der Künstlerische Leiter des Kunstvereins. „Es ist aber kein Hund, keine Ente oder Brille zu sehen. Was die Bilder darstellen, ist völlig unerheblich. Kunst ist Kunst.“

Druckgrafik und Illustration

Troschke war zunächst Plakatmaler, nach dem Studium an der Werkkunstschule Münster als Drucker tätig. Drei Jahrzehnte lang hatte er eine Professur für Druckgrafik und Illustration inne. In seinen Arbeiten spielen Druckverfahren nach wie vor eine große Rolle. Bei den in Oerlinghausen gezeigten Werken ging er von Lithografien aus, die er mit unterschiedlichen Materialien wie Acrylfarbe, Kohle und Kreide übermalt hat. Mit dieser markanten Handschrift zählt er zu den wichtigsten Akteuren der deutschen Kunstlandschaft, heißt es über ihn. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland sowie die Beteiligung an großen Auktionen liefern den Beweis wie sehr er geschätzt wird.

Eigenwillige Bildsprache und unglaubliche Tiefe

Durch die eigenwillige Bildsprache ist der Urheber der Arbeiten schnell wiederzuerkennen. „Dabei geht er immer neue Wege und lässt sich auch von aktuellen Tendenzen in der Kunst nicht erschüttern“, wie Beaugrand formulierte. Seit wenigen Jahren sind neuartige Arbeiten entstanden, auf denen die „typischen Troschke-Zeichen“ aber ebenfalls zu finden sind. Der Kunstverein stellt 19 Exemplare dieser Weiterentwicklung aus, die sich in Farbigkeit und Gestik vom bisherigen Vorgehen unterscheidet. „Die Bilder besitzen eine unglaubliche Tiefe“, urteilte Beaugrand. „Sie gehen nach innen, scheinen aber auch aus der zweidimensionalen Fläche heraus zu kommen.“

Ort für zeitgenössische Kunst

Der Künstler selbst war von dem Ausstellungsraum in der ehemaligen Synagoge sehr angetan. Er lobte die besondere Ausstrahlung, die von dem historischen Gebäude ausgeht. Oerlinghausen könne sich glücklich schätzen, solch einen Ort für zeitgenössische Kunst zu besitzen. In seinem Grußwort gratulierte der stellvertretende Bürgermeister Dennis Thon dem Kunstverein zum Jubiläum. Durch sein engagement werde schon seit 50 Jahren ein Dialog zwischen Künstlern und Betrachtern ermöglicht.

Kunstgespräch mit Wolfgang Troschke

Zum Ausstellungende am 22.2.2026 wird Andreas Beaugrand eine Kunstgespräch mit Wolfgang Troschke führen.

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