In Oerlinghausen wurde vor 17 Jahren (2009) die Aktion Schulranzen gegründet, um sozialschwache Familien und ihre Erstklässler zu unterstützen. Ulrike Andreas und Andrea Steinmeier stellten kürzlich im Schul- und Kulturausschuss ihre Arbeit vor. Die Zahl der Kinder, die mit Materialien versorgt werden, wächst ständig.

Der eigentliche Auftrag und die Gründungsidee

„Eigentlich ist der Begriff irreführend“, meinten beide. „Denn wir übergeben ja keine Ranzen, vielmehr kümmern wir uns um den erforderlichen Inhalt. Die Schulmaterialien im Wert von 100,00 € stellen wir kostenlos bereit.“ Die ursprüngliche Idee ging von Ulrike Jaehn und Bärbel Meier aus. Ihre Initiative im Rahmen der Agenda 21-Gruppen hatte sich zum Ziel gesetzt, Kindern aus bedürftigen Familien den Schulstart zu erleichtern, der eine große finanzielle Belastung bedeutet. So sollten beste Voraussetzungen geschaffen werden, um ein freudvolles Lernen zu ermöglichen.

So funktioniert die Unterstützung

Vor sechs Jahren haben Ulrike Andreas und Andrea Steinmeier die ehrenamtliche Aufgabe übernommen. „Wir möchten, dass die finanziell benachteiligten Erstklässler eine komplette, gute Ausstattung erhalten und somit keine erkennbaren Nachteile im Vergleich zu anderen Schülerinnen und Schülern haben“, sagten sie. Neben Stiften, Heften, Mappen, Zeichenblock und Farbkasten wird auch an Brotdose, eine Getränkeflasche und an Sportbeutel gedacht. Das Jobcenter wählt die Empfänger aus und teilt die Anzahl pro Schule mit. Die Übergabe der Schulmaterialien übernimmt das Sozialamt der Stadtverwaltung, wodurch die Anonymität gewahrt bleibt.

Finanzierung und Kooperationen

Die Aktion finanziert sich allein durch Spenden aus der Bürgerschaft, betonten Andreas und Steinmeier. Sie dankten der Oerlinghauser Schützengesellschaft und dem „Stärkungspakt NRW für soziale Projekte“ für größere Zuwendungen. Da die Initiative keinen Vereinsstatus hat, konnte die Caritas-Konferenz der katholischen Gemeinde St. Michael für die Kontoführung gewonnen werden. Die Ziele des Sozialverbands passten, sodass die Satzung nicht eigens geändert werden musste.

Lokale Unterstützung

Nach Rücksprache mit den Grundschulen werden die Materialien bei den örtlichen Buchhandlungen Blume und Lesegarten bestellt. Beim Kauf der stabilen Trinkflaschen und Brotdosen gewährte die Firma Lüning in Asemissen einen Preisnachlass. Darüber hinaus näht Ruth Musebrink jedes Jahr individuelle Turnbeutel mit ansprechendem Muster.

Steigender Bedarf und zusätzliche Hilfen

In den zurückliegenden Jahren wurden durchschnittlich 15 Erstklässler versorgt. 2025 stieg ihre Zahl auf 18 an. „In diesem Jahr wurden uns 22 Schülerinnen und Schülern gemeldet. Bei insgesamt 157 Erstklässlern entspricht das einem Anteil von 14 Prozent – ein Höchststand“, sagten Andreas und Steinmeier. Von Lederwaren Schulte übernimmt die Initiative gebrauchte Ranzen, die an die Flüchtlingsunterkunft im Waldhof weitergereicht werden.

Auszeichnung für bürgerschaftliches Engagement

Wie alle Oerlinghauser Agenda-Gruppen wurde die Aktion Schulranzen im Jahr 2024 von der SPD mit dem Horst-Steinkühler-Preis für herausragendes bürgerschaftliches Engagement geehrt.

Hintergrund und Ausblick

Ulrike Andrea und Andrea Steinmeier erklärten: „Unabhängig von ihrer finanziellen Situation sollten alle Familien die gleichen Voraussetzungen für den Schulstart haben. Soziale Sicherheit und Bildungsgerechtigkeit für Kinder sollten in einer der reichsten Industrienationen der Welt eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Die Realität sieht aber seit vielen Jahren anders aus. In Deutschland wächst jedes fünfte Kind in Armut auf und vielfach entscheidet der Geldbeutel der Eltern über die Bildungschancen von Kindern.“ Die Aktion Schulranzen könne lediglich die Kosten für die Einschulung etwas abmildern, sagten die beiden ehrenamtlich Tätigen. „Die gesamtgesellschaftliche Entwicklung deutet darauf hin, dass die Aktion weiterhin eine wichtige Aufgabe bleibt“, sagten die beiden Aktiven.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist die Aktion Schulranzen?

Die Aktion Schulranzen wurde 2009 in Oerlinghausen gegründet, um sozialschwache Familien und ihre Erstklässler zu unterstützen. Sie stellt Schulmaterialien im Wert von 100,00 € kostenlos bereit, anstatt komplette Ranzen zu übergeben.

Wer organisiert die Aktion Schulranzen in Oerlinghausen?

Die ehrenamtliche Aufgabe wird seit sechs Jahren von Ulrike Andreas und Andrea Steinmeier geleitet. Die Caritas-Konferenz der katholischen Gemeinde St. Michael übernimmt die Kontoführung, da die Initiative keinen Vereinsstatus hat.

Wie wird die Aktion Schulranzen finanziert?

Die Aktion finanziert sich ausschließlich durch Spenden aus der Bürgerschaft. Zu den größeren Zuwendungen gehören die Oerlinghauser Schützengesellschaft und der „Stärkungspakt NRW für soziale Projekte“.

Wie hat sich der Bedarf an Unterstützung entwickelt?

In den zurückliegenden Jahren wurden durchschnittlich 15 Erstklässler versorgt. Im Jahr 2025 stieg die Zahl der unterstützten Kinder auf 18 an. Für das aktuelle Schuljahr wurden 22 Schülerinnen und Schüler gemeldet, was einem Anteil von 14 Prozent der Erstklässler in Oerlinghausen entspricht und einen Höchststand darstellt.