Löschzugführer Udo Sieveke (links) nimmt den symbolischen Schlüssel für das neue Fahrzeug von Bürgermeister Peter Heepmann entgegen. Thomas Kronshage, der Leiter der Oerlinghauser Feuerwehr, freut sich über die Ersatzbeschaffung. Foto: kd
Der neue Alleskönner
Oerlinghausen (kd). In technischer Hinsicht ist die Freiwillige Feuerwehr in Oerlinghausen jetzt auf dem aktuellsten Stand: Soeben wurde ein fabrikneues Fahrzeug in Betrieb gestellt, das für Einsätze aller Art ausgerüstet ist.
Ein vielseitiger Alleskönner für den Erstangriff
Für Eingeweihte besagt allein schon seine Abkürzung, wie vielfältig das neue Fahrzeug verwendet werden kann. Dieses Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 10) ist ein klassischer „Alleskönner“ der Feuerwehren. Es wird vor allem für den Erstangriff verwendet, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen, Gefahrenguteinsätzen und selbstverständlich bei Brandeinsätzen. In sind acht Sitzplätze vorhanden. Vor allem tagsüber reicht diese Besatzung in den meisten Fällen aus, wenn die wenigsten Feuerwehrleute im Ort verfügbar sind.
Modernisierung des Fuhrparks
„Das Fahrzeug ist optimal ausgestattet und dennoch einfach zu bedienen“, sagte Thomas Kronshage, der Leiter der Feuerwehr. „Die Anschaffung war notwendig, um professionell Hilfe leisten zu können.“ Der bislang eingesetzte Wagen für ähnliche Aufgaben wurde verkauft; er war bereits 20 Jahre alt. Das entspricht dem Durchschnittsalter der meisten Feuerwehrfahrzeuge.
Umfangreiche Ausstattung über den Standard hinaus
Hinsichtlich der Beladung wurde das neue HLF 10 bewusst umfangreicher als üblich bestückt. Das wurde bereits im Brandschutzbedarfsplan von 2020 so festgelegt. Zum Beispiel können bis zu 2.000 Liter Frischwasser mitgeführt werden – doppelt so viel wie vorgeschrieben. Zusätzlich sind neben vielen anderen Vorteilen eine Beleuchtung in LED-Technik, eine Rückfahrkamera und ein Lichtmast vorhanden. „Für all diese Feinabstimmungen hat Zugführer Udo Sieveke viel Zeit investiert“, lobte Wehrführer Kronshage.
Individuelle Anfertigung und Investitionskosten
Denn derartige Fahrzeuge gibt es nicht „von der Stange“. Das Fahrgestell samt 320-PS-Motor lieferte der Hersteller MAN. Jedes Detail der Ausstattung wurde aber noch entsprechend den Vorgaben aus Oerlinghausen mit dem österreichischen Unternehmen Rosenbauer abgestimmt. Kein Wunder, dass der Vorlauf zwei Jahre und drei Monate betrug. Der Aufwand für die individuelle Anfertigung hat auch seinen Preis. Die Kosten wurden mit 525.000 Euro angegeben. (Übrigens: Vergleichbare Fahrzeuge kosten im Durchschnitt 600.000 Euro)
Sicherheit für die Bürger der Bergstadt
Das neue Fahrzeug sei „das Ergebnis einer engen und guten Zusammenarbeit zwischen der Wehr und der Stadtverwaltung“, stellte Bürgermeister Peter Heepmann fest. Es werde allen Aufgaben in der Bergstadt gerecht. „Das Fahrzeug gibt den Bürgern im Notfall das beruhigende Gefühl, dass unsere Feuerwehr hervorragend ausgerüstet ist.“ Die Technik allein könne aber keinen Brand löschen und kein Menschenleben retten, meinte Heepmann und dankte den Aktiven für ihren verlässlichen ehrenamtlichen Einsatz.