Im Dezember stand noch nicht fest, wann und wie die Kita Greste saniert wird. Zunächst sollte noch ein Gutachten abgewartet werden. Aber bereits jetzt wird dem Rat empfohlen, die Einrichtung zu schließen. Foto: kd
Droht das Aus für die Kita Greste?
Geplante Schließung der Kita Greste sorgt für Empörung
Leopoldshöhe (kd). Die Verwaltung der Gemeinde Leopoldshöhe schlägt vor, die kommunale Kita im Ortsteil Greste zu schließen. Der Kreis habe zugestimmt, da die Geburtenzahlen rückläufig seien. Bei den Betroffenen ist die Empörung groß. Förderverein der Kita und Elternbeirat stehen geschlossen hinter den Erzieherinnen und sind bereit, sich mit Nachdruck für den Erhalt der Einrichtung einzusetzen.
Dramatische Baumängel durch Zufall entdeckt
Seit Ende Oktober sind drei Gruppenräume der Kita Greste nicht mehr nutzbar. Was anfangs als „bauliche Auffälligkeit“ bezeichnet wurde, hat dann dramatische Ausmaße angenommen. „Mir ist die Spucke weggeblieben“, meinte Bürgermeister Martin Hoffmann in der letzten Ratssitzung des vergangenen Jahres. „Ich bin erschüttert – und froh, dass nicht mehr passiert ist.“
Einem aufmerksamen Kind ist es zu verdanken, dass der Schaden überhaupt entdeckt wurde, wie Hoffmann berichtete. Aufgefallen war zunächst nur ein Riss in der Decke. Bei genauerer Betrachtung stellte ein Statiker fest, dass die Deckenplatten unprofessionell angebracht waren und abzustürzen drohten. „Ich konnte es selbst kaum glauben, dass wir solche Zustände haben“, meinte der Bürgermeister.
Aktuelle Situation und weitere Planung
Deshalb hat die Gemeindeverwaltung als Träger der Einrichtung sicherheitshalber die betroffenen Gruppenräume im Obergeschoss geschlossen. Eine Gruppe wurde im Untergeschoss der Kita untergebracht, die zweite Gruppe zog ins Familienzentrum Leos, die dritte Gruppe wird im Begegnungszentrum B-vier betreut.
Der Bürgermeister warnte vor „Schnellschüssen“. „Sorgfalt geht vor Schnelligkeit.“ Zunächst müsse ein Sachverständiger ein Sanierungskonzept erstellen. Außerdem seien noch die Kita-Bedarfsplanung des Kreises und die Gespräche mit dem Landesverband Westfalen-Lippe abzuwarten.
Die generelle Zukunft der Kita ließ Hoffmann offen. Vorbeugend kündigte er an: „Wir werden aber nicht alle Wünsche erfüllen können.“ Ob und wie saniert werde, hänge vom Allgemeinzustand des Gebäudes und den Anmeldezahlen für das Kita-Jahr 2026/2027 ab. Ergänzend wies Dennis Warkentin, Personalleiter der Verwaltung, auf das schon lange beauftragte Gutachten zu allen Kitas hin. Die Ergebnisse der Prüfung werden im März erwartet.
Eltern kämpfen für den Erhalt der Einrichtung
„Wir Eltern haben uns bewusst für die Kita Greste entschieden“, sagte Tobias Schilling, der Vorsitzende des Fördervereins. Sie sei ein wichtiger Treffpunkt, ein Zuhause auf Zeit für die Kinder und ein tragender Pfeiler des gesellschaftlichen Lebens im Dorf Greste. Daher fordern die Eltern die Entscheidung zur Schließung der Kita sofort auszusetzen. Die ungeschützten Räume müssten unverzüglich saniert werden, um weitere Schäden am Gebäude zu verhindern. Anschließend müsse die Situation objektiv, sachlich und transparent beurteilt werden. Diese Prüfung habe unter gleichwertiger Betrachtung aller kommunalen Einrichtungen sowie der von anderen Trägern, unter Wahrung des Kindeswohls und ohne einseitige Vorteile für einzelne Träger zu erfolgen.
Erst in der jüngsten Vergangenheit wurde bereits viel investiert; die Kita erhielt eine neue Küche, eine Photovoltaikanlage und neue Außenspielgeräte. Eine Schließung sei für die Eltern daher völlig unverständlich, sagte Schilling. „Die Kita ist besonders, sie ist wie Bullerbü und genauso wie man sie sich wünscht.“ Der Förderverein hat vorgeschlagen, die Sanierung in Eigenleistung zu übernehmen. „Wir haben das Know-how und die Manpower. Außerdem kostet es die Gemeinde keinen Cent kosten“, sagte der Vorsitzende.
Entscheidung in der kommenden Ratssitzung
In der Ratssitzung am Donnerstag, 22.1.2026, wird die Verwaltung dem Rat der Gemeinde Leopoldshöhe die Schließung der Kita Greste empfehlen. Die Elternschaft hat dazu aufgerufen, die um 18.30 Uhr beginnende Sitzung in der Mensa der Felix-Fechenbach-Gesamtschule zu besuchen. „Die Politik muss sich hinterfragen, ob eine Schließung von kommunalen Einrichtungen das politische Bild der Gemeinde Leopoldshöhe sein soll.“