Herford-Bielefeld / WLV (Re) „Wir heimischen Landwirte lehnen die geplante Zuckersteuer ab“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld Hermann Dedert. „Wir bezweifeln, dass die Steuer zu einer nachhaltig gesünderen Ernährung führt. Denn wenn Getränkehersteller Zucker verstärkt durch Süßstoffe ersetzen, führt dies nicht automatisch zu einer gesünderen Ernährung.“

Ernährungsbildung statt Süßstoff

„Statt Rezepturänderungen durch steuerliche Anreize zu fördern, muss die Ernährungsbildung im Mittelpunkt stehen“, betont der Vorsitzende. Denn auch die Weltgesundheitsorganisation empfehle Süßstoffe nicht zur langfristigen Ernährung. „Wir brauchen mehr Aufklärung und Ernährungswissen statt zusätzlicher Abgaben, die in die Eigenverantwortung der Menschen eingreifen“, untermauert Dedert.

Zuckerrübenanbau mit Zuckerfabrik in Lage / Lippe ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Zugleich warnt der Kreisverband vor den Folgen. Der Zuckerrübenanbau sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region und mit der Verarbeitung der Rüben in der Zuckerfabrik in der Stadt Lage / Lippe sowie den dortigen Arbeitsplätzen verbunden. „Wir müssen unsere regionalen Strukturen stärken, statt sie durch zusätzliche Belastungen weiter unter Druck zu setzen“, erklärt der Vorsitzende.

Steuereinnahmen sind nicht zweckgebunden

„Während der Staat zusätzliche Einnahmen kassiert, geraten landwirtschaftliche Betriebe in ohnehin schwierigen Zeiten noch mehr unter Druck“, macht Dedert deutlich und erklärt weiter: „Steuereinnahmen fließen grundsätzlich in den allgemeinen Haushalt, sie sind nicht automatisch zweckgebunden – und damit ohne Garantie, dass sie der Gesundheitsförderung oder Ernährungsprävention zugutekommen“, kritisiert der Vorsitzende. Es brauche keine Steuerhöhungen nur um Haushaltslöcher zu stopfen.

Der Landwirtschaftliche Kreisverband fordert, auf die Zuckersteuer zu verzichten und stattdessen auf Aufklärung, Eigenverantwortung und die Stärkung der heimischen Landwirtschaft zu setzen. „Streichen Sie die Zuckersteuer!“, so Vorsitzender Dedert: „Gesundheit erreicht man durch Aufklärung, nicht durch zusätzliche Steuern und durch Bevormundung der Bürger und Bürgerinnen.“

Hermann Dedert, ein lächelnder Mann mit kurzen hellen Haaren und kariertem Hemd, vor verschwommenem Grün
„Wir bezweifeln, dass die Zuckersteuer zu einer nachhaltig gesünderen Ernährung führt. Denn wenn Getränkehersteller Zucker verstärkt durch Süßstoffe ersetzen, führt dies nicht automatisch zu einer gesünderen Ernährung“, so Hermann Dedert.

Häufig gestellte Fragen

Warum lehnt der Landwirtschaftliche Kreisverband Herford-Bielefeld die Zuckersteuer ab?

Der Kreisverband Herford-Bielefeld lehnt die geplante Zuckersteuer ab, da er bezweifelt, dass sie zu einer nachhaltig gesünderen Ernährung führt. Stattdessen befürchtet er negative Auswirkungen auf den heimischen Zuckerrübenanbau und kritisiert, dass Steuereinnahmen nicht zweckgebunden der Gesundheitsförderung zugutekommen.

Welche Rolle spielt der Zuckerrübenanbau in der Region?

Laut dem Landwirtschaftlichen Kreisverband ist der Zuckerrübenanbau ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Er ist eng verbunden mit der Zuckerfabrik in Lage/Lippe und den dortigen Arbeitsplätzen.

Was schlägt der Landwirtschaftliche Kreisverband als Alternative zur Zuckersteuer vor?

Der Kreisverband fordert stattdessen, die Ernährungsbildung, Aufklärung und die Eigenverantwortung der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Zudem soll die heimische Landwirtschaft gestärkt werden.

Wer ist Hermann Dedert?

Hermann Dedert ist der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld und Sprecher der im Artikel dargestellten Positionen zur Zuckersteuer.