In Helpup und in Lipperreihe findet kein Osterfeuer mehr statt

25. Jan. 2026 | Oerlinghausen

Eine beliebte Tradition endet

Oerlinghausen (kd). Vor 50 Jahren hat der Förderverein des Feuerwehr-Löschzugs Helpup zum ersten Mal ein öffentliches Osterfeuer entzündet. Jetzt wurde bekannt: Die beliebte Veranstaltung wird nicht fortgesetzt. „Das ist bedauerlich, aber der bisherige Platz an der Lortzingstraße steht uns nicht mehr zur Verfügung“, teilt die Feuerwehr mit. In Lipperreihe fällt das jährliche Ereignis ebenfalls aus.

Die Anfänge der Tradition in Helpup

Schon in vorchristlicher Zeit wurde der Frühling mit Feuer begrüßt. In der Gegenwart wird der Brauch in allen lippischen Orten lebendig gehalten. In den Siebzigerjahren griffen auch Feuerwehrleute in Helpup die Idee auf, ein Osterfeuer zu veranstalten. An der Jahnstraße befand sich damals eine Wiese, die als Dorfplatz genutzt wurde. „Der Standort war ideal“, erinnert sich Dieter Fillies, der seinerzeit schon beteiligt war. „Mit den Anwohnern gab es keine Probleme, auch als wir einmal so starken Wind hatten, dass der Rauch volle Lotte in die Häuser zog.“

Eine solches Ereignis musste aber noch bekannt gemacht werden. Zwei Feuerwehrmänner, Ferdinand Busse und Erich Lange, hatten einen witzigen Einfall. „Ich habe mir vom Theater in Bielefeld ein Hasenkostüm ausgeliehen“, erzählt Erich Lange heute. „Ferdinand hatte ein Auto mit einem offenen Anhänger. Als Osterhase habe ich mich hinten hingesetzt. Wir sind dann die Bahnhofstraße rauf und runter gefahren und haben Werbung gemacht.“ Weil es stark regnete, hat die Verkleidung ein wenig gelitten. „Das Gelände war matschig, meine Füße waren ganz nass und das Kostüm war dreckig geworden“, sagt Lange. Das Theater zeigte sich jedoch verständnisvoll.

Standortwechsel und neue Herausforderungen

Nachdem das bisherige Festgelände mit Wohnhäusern bebaut worden war, fand sich eine freie Fläche an der Lortzingstraße. Jeweils am Karsamstag durfte die Bevölkerung Grünschnitt aus dem Garten abgeben. Zusammen mit den ausgedienten Weihnachtsbäumen, die von der Jugendfeuerwehr eingesammelt worden waren, entstand dort ein Haufen von beeindruckender Größe.

„Beim ersten Mal am neuen Standort hat es heftig geregnet“, erinnert sich Dieter Fillies. „Getränke haben wir aus unserem Einsatzfahrzeug heraus verkauft. In dem Opel Blitz schwamm hinterher das Geld im Wasser.“ Beim nächsten Mal sorgte ein kleines Partyzelt für Abhilfe.

Ein fester Bestandteil des Dorflebens

„Das Wetter war immer ein Thema“, meint Tobias Stölting, Vorsitzender des Fördervereins des Helpuper Löschzugs. „In all den Jahren haben wir alles erlebt – von Schnee und Glühwein bis zu 30 Grad und kurzer Hose.“ Das Osterfeuer war ein fester Bestandteil des Dorflebens, bereits nach wenigen Jahren wurde nur noch von einer „Tradition“ gesprochen. Im Laufe der Zeit kamen ein Getränke- und ein Imbissstand sowie mobile Toiletten hinzu. Als 1992 die Jugendwehr gegründet wurde, organisierte der Nachwuchs einen Fackelzug von der Feuerwache bis zum Veranstaltungsort. Der Marsch mit Dudelsackbegleitung erwies sich für alle Kinder als besonderes Erlebnis, bevor sie dann das Osterfeuer entzünden durften.

„Während der Corona-Pandemie musste es nur ein einziges Mal ausfallen“, sagt Stölting. „Die Nachbarn unterstützten uns großartig, es gab auch keine unangenehmen Zwischenfälle.“ In einem Jahr allerdings hatten Unbekannte den Haufen am Karfreitag vorzeitig angezündet. Die Feuerwehrleute wandten sich an die örtlichen Landwirte und in Windeseile kam doch noch genügend neues Material zusammen.

Gründe für die Einstellung des Brauchs

Für die Aktiven war der Osterbrauch stets mit drei Tagen Arbeit verbunden. „Wir haben es aber gern gemacht, es war auch für unsere Kameradschaft eine gute Sache“, sagt Löschzugführer Michael Sielemann. „Deshalb haben wir uns mit der Absage wirklich schwergetan.“

Der Grund: An der Lortzingstraße sind neue Wohnhäuser entstanden, der erforderliche Abstand zum Feuer ist nicht mehr gegeben und die Anwohner baten daher um Rücksichtnahme. Sielemann versichert, dass die Feuerwehr auch weiterhin bereit ist, ein Osterfeuer zu veranstalten. „Wir haben auch alles versucht, aber keinen anderen geeigneten Standort gefunden.“

Situation in Lipperreihe

In Lipperreihe wurde seit 25 Jahren ein Osterfeuer entzündet. Zunächst vom Sportverein ausgerichtet, hatte zuletzt der Verein Leben in Lipperreihe (LiLi) die Aufgabe übernommen. „Im vergangenen Jahr häuften sich die Fälle von Vandalismus“, berichtet der LiLi-Vorsitzende Jürgen Hubrich. „Auf dem Gelände der alten Sandkuhle haben Besucher noch eigene, kleine Feuer entfacht, wir fanden anschließend zahllose Scherben und zum Teil sogar vergrabene Schnapsflaschen.“ Beim Besitzer des Grundstücks und beim Verein war damit die Geduld erschöpft.

Kinder empfanden den Fackelumzug zum Osterfeuer, begleitet von Dudelsackmusik und organisiert von der Jugendwehr, stets besonders attraktiv. 
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