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Leos Kino: Preisgekröntes libanesisches Drama beleuchtet unaufgearbeitete Traumata und eskalierende Konflikte
Ärgerlich: Yasser bekommt Schmutzwasser aus einem defekten Rohr ab und repariert es kurzerhand – auf seine Art. Hausbesitzer Toni ist das aber keinesfalls recht. Und dann nimmt die Sache ihren Lauf. Der cholerische Toni beleidigt Yasser, dieser wehrt sich mit Fäusten und die Sache landet vor Gericht.
Beirut und die Folgen des Bürgerkriegs
Schnell bewahrheitet sich ein Satz, den Tonis Vater zu seinem Sohn sagt „Was Du gesagt hast, ist inakzeptabel. So fangen Kriege an.“ Und das könnte stimmen. Denn Toni ist Christ, Yasser ein palästinensischer Flüchtling. Wir sind in Beirut, mitten im Libanon. 30 Jahre lang tobte hier ein Bürgerkrieg, 1990 ging er zu Ende, die Leiden der Bevölkerung sind unerträglich. Alle Beteiligten wurden über eine „General-Amnestie“ freigesprochen. Aufgearbeitet wurden die Grausamkeiten nie, im Streit um Alltäglichkeiten finden sie ein Ventil.
Die Sache zwischen Yasser und Toni landet unter großer medialer Anteilnahme vor Gericht und entwickelt sich zur Staatsaffäre. Aus einer Mücke wird eine ganze Elefantenherde. Am Ende wüten Anhänger beider Seiten in den Straßen Beiruts.
Die Botschaft des Films
Der libanesische Film von 2018 ist mehr als ein klassischer Gerichtsfilm. Tiefenpsychologisch zeigt er, wie und warum Konflikte eskalieren – gerade im Nahen Osten. Regisseur Ziad Doueiri (Jahrgang 1963) hat dabei das große Trauma des Libanon hautnah miterlebt, bevor er in die USA ging und seine Erfahrungen mit diesem imaginären Fall verarbeitete.
Auf die aktuellen Ereignisse in der Region kann der Film nicht reagieren, er ist acht Jahre alt. Doch auf eigenwillige Art und Weise ist „Der Affront“ doch ein Kommentar zur Lage. Ohne pädagogischen Zeigefinger zeigt der Film die Folgen religiösen Fanatismus, Verallgemeinerungen, pauschalisierenden Vorurteilen und daraus resultierenden Dominoeffekten. Großes Kino.
Filmvorführung: „Der Affront“
Leos Kino zeigt „Der Affront“ (Libanon 2018, OmU) am Montag, den 31.8.2026, um 19.30 Uhr. Einlass ist um 19.00 Uhr. Die Vorführung findet in der Aula der Grundschule Leopoldshöhe-Nord (Schulstraße 21) statt. Der Eintritt beträgt 5€. Sichern Sie sich Ihr Ticket!
Häufig gestellte Fragen
Wann und wo findet die Filmvorführung von „Der Affront“ statt?
Die Vorführung des Films „Der Affront“ durch Leos Kino findet am Montag, den 31. August 2026, um 19.30 Uhr in der Aula der Grundschule Leopoldshöhe-Nord (Schulstraße 21) statt. Der Einlass ist um 19.00 Uhr.
Worum geht es in dem Film „Der Affront“?
Der libanesische Film erzählt die Geschichte eines eskalierenden Nachbarschaftsstreits zwischen dem Christen Toni und dem palästinensischen Flüchtling Yasser in Beirut, der vor Gericht landet und sich zu einer nationalen Angelegenheit entwickelt, die tief sitzende Traumata des Bürgerkriegs aufzeigt.
Wer ist der Regisseur von „Der Affront“?
Regisseur des Films ist Ziad Doueiri, der die Traumata des libanesischen Bürgerkriegs persönlich miterlebt und in diesem Film verarbeitet hat.
Was kostet der Eintritt?
Der Eintritt für die Filmvorführung beträgt 5 Euro.

