Foto: Symbolbild, KI-generiert
ACE warnt: Tausende Unfälle und hoher Verbrauch durch vernachlässigten Reifendruck
Der korrekte Reifendruck ist ein entscheidender Faktor für die Sicherheit im Straßenverkehr, die Lebensdauer der Reifen und den Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs. Doch eine aktuelle Befragung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) zeigt alarmierende Zahlen: 44 Prozent der Fahrzeughalter überprüfen den Druck seltener als alle drei Monate, 16 Prozent sogar nie. Christoph Birnstein vom ACE Auto Club Europa warnt eindringlich vor den gravierenden Folgen dieser Nachlässigkeit, die von erhöhtem Reifenverschleiß über längere Bremswege bis hin zu gefährlichen Reifenplatzern reichen können.
Die unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr
Laut Statistischem Bundesamt sind jährlich rund 1.000 Verkehrsunfälle auf Mängel an der Bereifung zurückzuführen, wobei ein falscher Reifendruck eine häufige Ursache ist. Ein um nur 0,5 bar zu niedriger Reifendruck kann das Fahrverhalten erheblich beeinträchtigen, was sich in unpräziser Kurvenfahrt, Untersteuern und einem verlängerten Bremsweg äußert. Zudem führt er zu einem höheren Rollwiderstand, schädigt den Reifen dauerhaft und erhöht den Kraftstoffverbrauch. Ist der Reifendruck hingegen zu hoch, leidet der Fahrkomfort und der Reifenabrieb wird ungleichmäßig.
Der ACE-Verkehrsexperte Birnstein empfiehlt daher, den Reifendruck bei Pkw alle zwei bis vier Wochen und bei Motorrädern vor jeder Fahrt zu prüfen. Besonders vor Urlaubsfahrten oder Fahrten mit viel Gepäck ist eine Kontrolle und gegebenenfalls Anpassung des Fülldrucks unerlässlich, da dieser je nach Beladung um bis zu ein bar variieren kann. Ein wichtiger Hinweis des ACE: Der korrekte Reifendruck ist auch maßgeblich für die richtige Scheinwerfereinstellung. Bei falschem Druck und Beladung können Scheinwerfer entgegenkommende Fahrzeuge blenden.
So prüfen Sie richtig
Obwohl Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) eine gute Unterstützung bieten, ersetzen sie nicht die regelmäßige manuelle Prüfung. Die korrekten Reifendruckwerte für Ihr Fahrzeug finden sich meist in der Tankklappe, im Türrahmen oder in der Betriebsanleitung. Auch online stellen Hersteller oft detaillierte Reifendrucktabellen bereit, die Werte für unterschiedliche Beladungszustände anführen. Für die bequeme Kontrolle im Alltag lohnt sich die Anschaffung eines eigenen Reifendruckprüfgeräts, das bereits für unter 20 Euro erhältlich ist.
Wichtig: Der Reifendruck sollte immer bei kalten Reifen gemessen werden, idealerweise bei einer Außentemperatur von 20 Grad Celsius. Temperaturschwankungen beeinflussen den Druck erheblich: Ein Temperaturabfall von 10 Grad Celsius verringert den Druck um etwa 0,1 bar, während sommerliche Hitze ihn erhöhen kann.
Zum Befüllen schrauben Sie die Ventilkappe ab, setzen den Stecker des Messgeräts fest auf und lesen den aktuellen Druck ab. Anschließend können Sie den gewünschten Druck einstellen und den Stecker wieder entfernen, bevor Sie die Ventilkappe aufschrauben. Dieser Vorgang muss für alle Räder – inklusive des Ersatzrads – wiederholt werden. Beachten Sie dabei, dass die vorgegebenen Drücke für Vorder- und Hinterräder leicht variieren können.
Hersteller und Infrastruktur in der Pflicht
Angesichts der Bedeutung des Reifendrucks für die Verkehrssicherheit appelliert Christoph Birnstein eindringlich an Fahrzeughersteller und Infrastrukturbetreiber. Die Angaben zum benötigten Reifendruck müssen unmissverständlich und leicht zugänglich im Fahrzeug ausgewiesen sein. Zudem kritisiert der ACE die derzeitige Situation an Tankstellen, wo die Anzahl funktionsfähiger, regelmäßig gewarteter und idealerweise kostenlos nutzbarer Reifendruckprüfgeräte zu gering ist. Der ACE fordert, dass bei der Förderung des Ausbaus öffentlicher Lade- und Tankstelleninfrastruktur die Bereitstellung solcher Geräte künftig unbedingt berücksichtigt werden muss, um Fahrzeughalter optimal zu unterstützen.