
Landkärtchen, Sommergeneration. Fotos: NABU Leopoldshöhe, Ewald Thies
NABU Leopoldshöhe – Naturinfo
Die landesweite Schmetterlingszählung des Naturschutzbundes NRW (NABU) zeigt weiterhin alarmierend niedrige Falterbestände. Trotz guter Witterung seit Mitte Juni sind die bisherigen Meldungen ernüchternd. Die elfte Zählung, die noch bis zum 15. Juli 2026 läuft und Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme aufruft, ist Teil des Projekts „Mehr gArtenvielfalt in NRW“.
Erste Bilanz: Artenvielfalt unter Druck
Die Zahl der gemeldeten Tag- und Nachtfalter stagniert auf niedrigem Niveau. Aktuell führen die Weißlinge die Meldungen an, gefolgt vom Tagpfauenauge und dem Admiral. Auch Hauhechel- und Faulbaumbläulinge sowie Zitronenfalter sind zu sehen, und es gibt erkennbar mehr Distelfalter. Bei den Nachtfaltern liegt der Weiße Hartheuspanner vorn.
Klimawandel treibt Falter in die Ferne
Hitzewellen und höhere Sommertemperaturen führen dazu, dass viele wärmeliebende Schmetterlinge vermehrt in kühlere Regionen oder Richtung Norden wandern. Wandernde Generalisten können sich so besser an die Erwärmung anpassen als sesshafte Habitatspezialisten und finden eher neue Lebensräume.
„Die nur noch in geringer Zahl fliegenden Tag- und Nachtfalter stehen exemplarisch für den Verlust und die anhaltende Bedrohung der Artenvielfalt“, erklärt Ewald Thies vom NABU Leopoldshöhe. „Die Klimaerwärmung nützt nicht einmal den wärmeliebenden Schmetterlingen.“
Jeder kann helfen: Gartenvielfalt fördern
Der NABU fordert die konsequente Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung, betont aber auch die Verantwortung jedes Einzelnen. Wer Schmetterlingen helfen möchte, kann den eigenen Garten, Balkon oder öffentliches Grün naturnäher und falterfreundlicher gestalten. Das Projekt „Mehr gArtenvielfalt in NRW“ bietet dafür umfangreiche Tipps unter www.mehrgartenvielfalt.de
So funktioniert die Teilnahme
Beobachtungen können direkt online unter nrw.nabu.de/zaehlaktion gemeldet werden. Eine Zählhilfe mit Anleitungen und Abbildungen steht dort bereit. Der NABU hofft auf weitere Meldungen für ein umfassendes Bild der Falterbestände.

