
Zur Prävention der Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten ist es wichtig, frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren und sich zu schützen. Foto: AOK/Colourbox/hfr
Leichter Rückgang der STI-Fälle in Lippe und Bielefeld: Prävention und frühe Diagnose bleiben entscheidend
Kreis Lippe/Bielefeld. Erfreuliche Nachrichten aus der Region: Die Anzahl der sexuell übertragbaren Infektionen (STI) im Kreis Lippe und in Bielefeld ist im Jahr 2025 leicht gesunken. Im Kreis Lippe wurden 548 Fälle registriert, ein Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr (559 Fälle). Auch in Bielefeld gab es eine positive Entwicklung mit 744 erfassten Fällen, was einer Abnahme von 3,1 Prozent gegenüber 2024 (768 Fälle) entspricht.
Diese Zahlen basieren auf einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest. Matthias Wehmhöner, AOK-Serviceregionsleiter, betont die Bedeutung von Aufklärung und Prävention: „Viele sexuell übertragbare Infektionen sind bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar. Während einige bakterielle STI heilbar sind, können virale Infektionen wie HIV zwar nicht geheilt, aber effektiv behandelt werden. Dies setzt jedoch voraus, dass bei Verdacht umgehend ein Arzt aufgesucht wird.“ Ein Kernproblem sei, dass STI oft keine sofortigen Beschwerden verursachen und daher unbehandelt bleiben.
Die häufigsten Infektionen und ihre Risiken
Im Jahr 2025 wurden am häufigsten anogenitale (venerische) Warzen und akute Virushepatitis B diagnostiziert, gefolgt von Herpes Simplex, HIV und Chlamydien. Anzeichen können Ausfluss, genitale Geschwüre, Schwellungen, Juckreiz, Schmerzen beim Sex oder Wasserlassen sowie Unterbauchschmerzen sein. Wehmhöner warnt eindringlich vor den Folgeschäden: „Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion kann insbesondere bei Frauen zu einer Beckenentzündung und dadurch zu Fruchtbarkeitsstörungen führen. Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) oder Hepatitis B können Krebserkrankungen verursachen, und eine nicht behandelte HIV-Infektion führt zu AIDS.“
Prävention und Impfung als Schlüssel
Die Prävention ist entscheidend. „Liegt eine sexuell übertragbare Infektion vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner untersucht und behandelt werden. Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion,“ erklärt Wehmhöner. Ein besonderes Augenmerk liegt auf HPV, dem Auslöser der anogenitalen Warzen. Hochrisiko-HPV-Typen können verschiedene Krebsarten verursachen, darunter Gebärmutterhals-, Anal-, Penis-, Vulva-, Vaginal- und bestimmte Kopf-Hals-Tumoren. Dieses Thema betrifft Männer und Frauen gleichermaßen, da auch Männer das Virus übertragen und selbst erkranken können.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher die HPV-Impfung standardmäßig für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von neun bis 14 Jahren, idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt. Die Impfung erfolgt in der Regel in zwei Dosen. Für Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen die Kosten vollständig. Bei Erwachsenen ab 18 Jahren erstattet die AOK NordWest im Rahmen ihres Gesundheitsbudgets 80 Prozent der Kosten.
Weitere Informationen zur Früherkennung und Prävention sind unter www.aok.de/nw sowie www.liebesleben.de verfügbar.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die aktuelle Entwicklung bei sexuell übertragbaren Infektionen (STI) in Lippe und Bielefeld?
Im Jahr 2025 ist die Anzahl der STI-Fälle im Kreis Lippe leicht auf 548 Fälle (Rückgang von 2%) und in Bielefeld auf 744 Fälle (Rückgang von 3,1%) gesunken, verglichen mit dem Vorjahr bzw. 2024. Dies geht aus einer Auswertung der AOK NordWest hervor.
Welche STI wurden im Jahr 2025 am häufigsten diagnostiziert und welche Risiken bergen sie?
Im Jahr 2025 wurden am häufigsten anogenitale Warzen und akute Virushepatitis B diagnostiziert, gefolgt von Herpes Simplex, HIV und Chlamydien. Matthias Wehmhöner, AOK-Serviceregionsleiter, warnt, dass unbehandelte Infektionen zu ernsthaften Folgeschäden wie Fruchtbarkeitsstörungen (Chlamydien), Krebserkrankungen (HPV, Hepatitis B) oder AIDS (HIV) führen können.
Wer sollte sich gegen HPV impfen lassen und wie werden die Kosten gedeckt?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für Kinder und Jugendliche von neun bis 14 Jahren. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr vollständig. Für Erwachsene ab 18 Jahren erstattet die AOK NordWest im Rahmen ihres Gesundheitsbudgets 80 Prozent der Kosten.

