Dr. Susanne Hilker zeigt eine Pestmaske, die in der Zeit der Weserrenaissance vor Krankheiten schützen sollte. Foto: Weserrenaissance-Museum Schloss Brake, Herrmann
Erlebnisführung im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake beleuchtet Medizin und Aberglaube
Lemgo. „Puh, wie das stinkt!“ – dieser Ausruf dürfte in der Renaissance nicht selten gewesen sein. Am Sonntag, den 15.2.2026, lädt das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake um 15.00 Uhr zu einer olfaktorischen und medizinischen Zeitreise ein. Die Erlebnisführung unter dem Titel „Bibergeil und Bisamapfel – Heilmittel mit Risiken und Nebenwirkungen“ verspricht Erwachsenen spannende Einblicke in eine Epoche, in der Hygiene und Gesundheit oft eine Frage des Glaubens waren.
Duftstoffe gegen die Pest
War Baden wirklich verpönt? Und wie bekämpfte man den allgegenwärtigen Gestank? Die Lösung lag oft im Parfüm. Im sogenannten Bisamapfel wurden kostbare Duftstoffe wie Ambra und Moschus aufbewahrt. Diese dienten nicht nur der Geruchsüberdeckung, sondern sollten dem damaligen Verständnis nach auch vor tödlichen Seuchen wie Pest und Cholera schützen. Doch ob diese aromatischen Barrieren tatsächlich gegen Viren und Bakterien halfen, wird im Rahmen der Führung kritisch beleuchtet.
Aberglaube statt Wissenschaft
Angesichts einer sehr geringen Lebenserwartung und hoher Kindersterblichkeit blühte der Aberglaube. Unerklärliche Leiden wie Schlaganfälle wurden mit kuriosen Rezepturen bekämpft: Der Verzehr von Ruß aus dem Schornstein oder der Asche verbrannter Schuhsohlen galt als medizinischer Hoffnungsträger. Wer Fieber hatte, griff mitunter zu drastischen Mitteln, an denen eine schwarze Katze unfreiwillig und schmerzhaft beteiligt war. Während der einstündigen Führung erfahren die Teilnehmer, wie sich die Medizin aus diesen finsteren Anfängen weiterentwickelte.
Der Eintritt für die Veranstaltung beträgt 8 Euro. Da die Plätze begrenzt sind, wird um eine vorherige Anmeldung per E-Mail an E-Mail: kasse@museum-schloss-brake.de oder unter Tel. 05261-2502190 gebeten.