Die Herausforderungen im Wochenbett

Oerlinghausen (kd). Wird ein Kind geboren, ist die Freude groß. Überschwängliche Gefühle stellen sich ein. Der Säugling steht im Mittelpunkt und erfordert viel Aufmerksamkeit. Für vieles andere bleibt dann kaum noch Zeit. Deshalb bietet die Kirche am Bahnhof (KAB) den Müttern jetzt Unterstützung an: das Wochenbettkochen.

„Nach der Geburt wird das ganze Leben auf den Kopf gestellt“, weiß Laura Harder aus eigener Erfahrung. Zum Glück hatte sie Rückhalt in der Familie. „Es war sehr schön, von Nachbarn und Freunden bekocht zu werden“, erinnert sie sich. Manch junge Mutter könne nur selten oder gar nicht auf die Hilfe von Angehörigen zählen. Vielfach sind selbst die Großeltern noch berufstätig und haben wenig Zeit übrig. Um Entlastung zu bitten, sei schwer, denn die jungen Frauen möchten ja anderen nicht zur Last fallen, hat Laura Harder festgestellt.

Stephanie Heidebrecht ergänzt: „In der Anfangszeit sind Mütter total erschöpft. Sie schaffen es kaum, sich um sich selbst zu kümmern. Mir sind Fälle bekannt, dass einige tagelang nur von Cornflakes gelebt haben.“ Die Erholung komme viel zu kurz und zusätzlich stellten sich auch noch zahlreiche Besucher ein, die das Neugeborene sehen möchten. „Sie bleiben oft lange und erwarten eigentlich eine aufgeräumte, saubere Wohnung“, sagt Stephanie Heidebrecht. „Im Haushalt kann ja so manches noch liegen bleiben, nur die Mahlzeiten nicht.“ So entstand die Idee, junge Familien mit frisch gekochtem Essen zu unterstützen und ihnen eine große Sorge abzunehmen.

Das Angebot im Detail

Das Angebot richtet sich an Frauen im Wochenbett bis zur achten Woche. 14 Tage lang können sie einmal am Tag eine warme Mahlzeit erhalten, die ihnen gebracht wird. „Ganz ohne Verpflichtung“, betont Laura Harder. „Wir müssen und wollen auch nicht ins Haus kommen.“ Die Mütter und ihre Familien sollen sich gesund ernähren und die ersten Wochen mit dem Kind nicht gleich als anstrengend und stressig erleben. „Wir möchten dazu beitragen, dass die Frauen diese Phase genießen und wieder Kraft tanken können“, sagt sie. Deshalb steht das Wochenbettkochen unter dem Motto: „Genährt und getragen“.

Anmeldung und Reichweite

15 Gemeindemitglieder wechseln sich beim Kochen ab. „Wir bereiten einfach eine Portion mehr zu. Und es sind nicht nur Nudeln, sondern gesundes “, sagt Stephanie Heidebrecht. „Bei der Anmeldung sollte mitgeteilt werden, welche Uhrzeit in Frage kommt und ob Unverträglichkeiten bestehen.“ Erste Erfahrungen haben die KAB-Frauen schon innerhalb der Gemeinde gesammelt. „Unser Angebot wurde positiv aufgenommen und hat sich bewährt“, sagt Laura Harder. Jetzt können sich auch alle anderen Mütter in Oerlinghausen, Helpup und Greste melden.

Der Glaube als Triebfeder

„Im Gegenzug erwarten wir nichts“, betonen die beiden Initiatorinnen. „Helpup ist so ein herzliches Dorf. Es ist eine Freude, wenn wir etwas dazu beitragen können.“ Ihr Engagement sei nicht zuletzt in ihrem Glauben begründet, sagen sie und verweisen auf den Bibelvers „Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Wochenbettkochen?

Das Wochenbettkochen ist ein Angebot der Kirche am Bahnhof (KAB), das junge Mütter nach der Geburt mit frisch gekochtem Essen unterstützt, um ihnen die Sorge um die Mahlzeiten abzunehmen.

Wer kann das Angebot des Wochenbettkochens nutzen?

Das Angebot richtet sich an Frauen im Wochenbett bis zur achten Woche nach der Geburt in Oerlinghausen, Helpup und Greste.

Welche Unterstützung erhalten Mütter durch das Wochenbettkochen?

Mütter erhalten 14 Tage lang einmal täglich eine warme, gesunde Mahlzeit, die ihnen nach Hause gebracht wird.

Wie kann man sich für das Wochenbettkochen anmelden?

Bei der Anmeldung sollte mitgeteilt werden, welche Uhrzeit für die Lieferung in Frage kommt und ob Unverträglichkeiten bestehen.