Das gegenständliche Malen begleitet den Lagenser Sigurd Schade schon lange

18. Mai 2026 | Oerlinghausen

Die lächelnde Frau und der Künstler Sigurd Schade mit Brille vor seinen Gemälden und einem Blumenstrauß

Eindringliche Motive

In seinem Berufsleben waren ein Gespür für Farben, handwerkliches Geschick und ein Auge fürs Detail erforderlich. Diese Fähigkeiten als Schauwerbegestalter hat sich Sigurd Schade auch im Rentenalter für das Malen bewahrt. Eine Auswahl seiner Ölbilder ist derzeit unter dem Titel „Allerlei“ im Kleinen Atelier in Oerlinghausen, Rathausstraße 10, zu sehen.

Meister der Akkuratesse

„Seine Bilder sind so realistisch, dass man sie für Fotografien halten könnte“, hat eine Zeitung über Schades Werke geschrieben. Und in der Tat, sie bestechen durch eine besondere Akkuratesse. So ist bei der Katze jedes kleine Barthaar deutlich zu erkennen, die dargestellten Kirschen und Feigen wirken täuschend echt. Die Bilder vermitteln nicht nur eine große Nähe, sie erzeugen auch eine starke Ausstrahlung.

Trotz aller Vergleiche, die sich zu Fotos aufdrängen, betont Schade die Eigenständigkeit seiner Bilder. „Sicher gibt es eine enge Verbindung zur Wirklichkeit, aber die Malerei hat eine eigene Qualität, die Bilder sollen aus sich heraus wirken“, sagt er. Daher wendet er auch viel Zeit auf, um sie plastisch erscheinen zu lassen. Die Wirkung erzeugt er, indem er jeweils mehrere Farbschichten anlegt. Wie bei den Werken flämischer Maler des 17. Jahrhunderts bleibt der Hintergrund tiefschwarz, so dass die Gegenstände umso leuchtender hervorgehoben werden.

Handwerker aus Leidenschaft

Dennoch begreift er sich weniger als Künstler, sondern vielmehr als Handwerker. Schon als junger Mensch hat er mit dem Malen begonnen. Seit 20 Jahren gibt er seine Kenntnisse in Kursen der Volkshochschule weiter, nimmt regelmäßig an den „Offenen Ateliers“ teil und bestückt Ausstellungen. „Man muss etwas tun, nur auf der Couch zu liegen, ist nichts für mich“, lautet die Devise des fast Achtzigjährigen.

Vielfältige Motive und klassische Technik

Anregungen holt sich Schade aus Illustrierten oder von Eindrücken, die er im Urlaub gewinnt. Die Motive reichen von eindringlichen Portraits über Landschaften bis zu Stillleben. Es ist die klassische, fast altmeisterliche Technik, die Schade fasziniert. „Das gegenständliche Malen ist für mich das Schönste“, teilt er dazu mit. „Abstraktes schätze ich gar nicht.“

Ein zauberhaftes Erlebnis

Für die Ausstellung in Oerlinghausen hat Olga Giesbrecht, die das Kleine Atelier betreibt, bewusst Bilder in dezenten Farben ausgewählt, die eine große Ruhe vermitteln. „Das Leben ist schon hektisch genug“, sagt sie und ist von Schades Können begeistert. „Die Ölbilder wirken zauberhaft und verbreiten eine fast märchenhaft verklärte Atmosphäre.“

Besucherinformationen

Die Ausstellung ist jeweils am Sonntag, den 24. und 31.5.2026, von 15.00 – 17.00 Uhr geöffnet. Sigurd Schade empfängt interessierte Besucher auch gern in seinem Atelier und bittet um Anmeldung unter Tel.: 01577-5236873.

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