Oerlinghausen (kd). Das Kirchengebäude der katholischen Gemeinde St. Michael in Oerlinghausen wird in die Denkmalliste der Stadt eingetragen. Damit entsprach der Stadtrat einem Antrag des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Das Gotteshaus an der Marktstraße 19 ist das 60. denkmalgeschützte Gebäude in der Bergstadt.

Umfang des Denkmals

Von Denkmalwert ist das Kirchengebäude von 1954/55 in Substanz und Erscheinungsbild mit dem Geläut, geht aus einem Gutachten hervor. Weiterhin gehören zum Denkmalumfang die Kirchenbänke als raumprägende Ausstattung. Dagegen sind nachträgliche Veränderungen, eine hinzugefügte oder veränderte Ausstattung nicht Teil des Denkmalumfangs.

Historische Bedeutung

Die Kirche ist bedeutend für die Geschichte der Stadt Oerlinghausen, stellt der Gutachter fest. Sie ist unmittelbarer Ausdruck des Bevölkerungswachstums und der gesellschaftlichen Veränderungen, die sich infolge des zweiten Weltkriegs ergaben. Binnen weniger Jahre hatte sich die Population der Stadt annähernd verdoppelt; der Anteil der Katholiken war von unter vier auf über dreißig Prozent der Gesamtbevölkerung angestiegen.

Architektur und Gestaltung

Das Gebäude ist der zweiten Phase der Kirchenarchitektur der 1950er Jahre zuzurechnen, in der man sich vom strengen Traditionalismus abwandte und die Architektur moderat modernisierte. Daher liegen ebenfalls architekturhistorische Gründe für Nutzung und Erhaltung des Gebäudes vor. Die Kirchenbänke sind ein bedeutender Teil des ursprünglichen Raumkonzepts sowie die Glocken (1958 hergestellt vom Bochumer Verein) ein wichtiger funktionaler Bestandteil des Kirchengebäudes sind.

Künstlerische Aspekte

Ferner sprechen künstlerische Gründe für einen besonderen Schutz des Gebäudes, bei dem sowohl die ornamentalen seitlichen Kirchenfenster als auch die großformatige figürliche Betonverglasung und die kleineren Betonverglasungen der Krypta auffallen. Es sind eindrückliche Beispiele des Werks des überregional bedeutsamen Glaskünstlers Vincenz Pieper (1903 bis 1983). Zeitlich trennen diese Werke nur wenige Jahre, in denen sich sowohl die Kirchenarchitektur als auch die Glaskunst rasant entwickelten.

Häufig gestellte Fragen

Welches Gebäude in Oerlinghausen wurde kürzlich unter Denkmalschutz gestellt?

Das Kirchengebäude der katholischen Gemeinde St. Michael in Oerlinghausen wurde in die Denkmalliste der Stadt eingetragen und ist damit das 60. denkmalgeschützte Gebäude der Bergstadt.

Wo befindet sich das Kirchengebäude St. Michael?

Das Gotteshaus St. Michael befindet sich an der Marktstraße 19 in Oerlinghausen.

Wann wurde das Kirchengebäude St. Michael erbaut?

Das Kirchengebäude der katholischen Gemeinde St. Michael wurde in den Jahren 1954/55 erbaut.

Welche Teile des Kirchengebäudes St. Michael stehen unter Denkmalschutz?

Zum Denkmalumfang gehören das Kirchengebäude selbst, sein Geläut sowie die Kirchenbänke. Nachträgliche Veränderungen oder hinzugefügte Ausstattung sind nicht Teil des Denkmalschutzes.

Welche Bedeutung hat die Kirche St. Michael für Oerlinghausen?

Laut Gutachter ist die Kirche bedeutend für die Geschichte der Stadt Oerlinghausen, da sie das Bevölkerungswachstum und die gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg widerspiegelt. Sie hat zudem architekturhistorische und künstlerische Gründe für ihren Schutz.