Im Kreis Lippe nehmen nur etwa jeder fünfte Teenager und in Bielefeld lediglich jeder siebte Jugendliche die kostenlosen Gesundheits-Checks in Anspruch. Eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest zeigt besorgniserregend niedrige Nutzungsraten: 21,3 Prozent (Lippe) und 14,9 Prozent (Bielefeld) der AOK-versicherten 12- bis 17-Jährigen. Die Zahlen sind sogar leicht rückläufig. „Das Niveau der Inanspruchnahme ist einfach zu gering. Jugenduntersuchungen leisten einen wichtigen Beitrag zur körperlichen und seelischen Gesundheit“, warnt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner und appelliert dringend an Eltern, ihre Kinder zu motivieren.

J1 und J2: Wichtige Vorsorge für Jugendliche

Die Jugenduntersuchungen schließen an die U-Untersuchungen an, da die Entwicklung auch im Jugendalter fortbesteht. Die AOK NordWest informiert aktiv über die Bedeutung der Vorsorge. Die J1-Untersuchung (12-14 Jahre) gehört zum gesetzlichen Leistungskatalog. Während 35,2 Prozent diese Untersuchung im Jahr 2025 nutzten, nahmen nur sieben Prozent die J2-Untersuchung in Anspruch, die von der AOK als besondere Mehrleistung für 16- bis 17-Jährige angeboten wird.

Früherkennung von Krankheiten und Entwicklungsstörungen

„Neben den typischen Pubertätsveränderungen dienen Jugenduntersuchungen der Früherkennung von Krankheiten“, so Wehmhöner. Bei der J1 werden Größe, Gewicht, Impfstatus sowie Blut- und Harnwerte geprüft. Ärzte untersuchen pubertäre Entwicklungsstadien, Organe, Skelettsystem und Sinnesfunktionen. So können Fehlhaltungen, chronische Krankheiten, Hautprobleme oder Essstörungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Auch Allergien werden thematisiert. Die J2-Untersuchung fokussiert zusätzlich auf Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, weitere Haltungsstörungen und das Diabetes-Risiko. Impfpass und Gesundheitskarte sind mitzubringen.

Vertrauliche Gespräche stärken das Vertrauen

Ein zentraler Vorteil ist die Möglichkeit eines ausführlichen und vertraulichen Gesprächs mit dem Arzt. Dies ermöglicht es, nicht nur körperliche, sondern auch geistige und soziale Entwicklung sowie eine gesundheitsfördernde Lebensführung zu besprechen. Das Gespräch ist dabei absolut vertraulich. Für viele Jugendliche ist es eine Premiere, da sie bis dahin meist in Begleitung ihrer Eltern waren. Zu beiden Jugenduntersuchungen können Teenager auch alleine zum Arzt gehen, um Hemmschwellen abzubauen.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die Jugenduntersuchungen J1 und J2?

Die J1-Untersuchung ist eine gesetzliche Vorsorge für Jugendliche von 12 bis 14 Jahren, während die J2-Untersuchung eine besondere Mehrleistung der AOK NordWest für 16- bis 17-Jährige ist. Beide schließen an die U-Untersuchungen an.

Warum sind Jugenduntersuchungen wichtig?

Laut AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner leisten Jugenduntersuchungen einen wichtigen Beitrag zur körperlichen und seelischen Gesundheit und dienen der Früherkennung von Krankheiten und Entwicklungsstörungen.

Was wird bei der J1- und J2-Untersuchung geprüft?

Bei der J1 werden Größe, Gewicht, Impfstatus, Blut- und Harnwerte sowie pubertäre Entwicklungsstadien, Organe, Skelettsystem und Sinnesfunktionen untersucht. Die J2-Untersuchung fokussiert zusätzlich auf Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, weitere Haltungsstörungen und das Diabetes-Risiko.

Können Jugendliche alleine zur Untersuchung gehen?

Ja, zu beiden Jugenduntersuchungen können Teenager auch alleine zum Arzt gehen, um Hemmschwellen abzubauen. Das Gespräch mit dem Arzt ist dabei absolut vertraulich.