
Die drei Stillleben zeigen kunstvolle Arrangements von Alltagsgegenständen mit symbolischen Botschaften. Präsentiert werden sie von (v.l.) Kämmerin Almuth Mäscher, Knut Tinius, der Gleichstellungsbeauftragte Grita Behrens und Bernd Hoffmann (stellv. Vorstand Heimatverein Leopoldshöhe). Foto: Gemeinde Leopoldshöhe
Großzügige Schenkung an die Gemeinde Leopoldshöhe
Ein besonderes Geschenk für Leopoldshöhe
Leopoldshöhe. Am Donnerstag (18.12.2025) erhielt die Gemeinde Leopoldshöhe ein überraschendes Geschenk: Knut Tinius aus dem Wendland übergab der Gemeinde drei Bilder von Ilse Häfner-Mode. Die Künstlerin war eine enge Freundin seiner Schwiegermutter Dr. Meta Patas (1914-1993), die von 1958 bis 1975 als erste Frau das Stadtgeschichtliche Museum Düsseldorf leitete. Tinius wurde von der Kämmerin Almuth Mäscher, Bernd Hoffmann (stellv. Vorstand Heimatverein Leopoldshöhe) und der Gleichstellungsbeauftragten Grita Behrens begrüßt.
Die Künstlerin Ilse Häfner-Mode und ihr Werk
Knut Tinius war zufällig auf die FrauenOrte in Leopoldshöhe aufmerksam geworden. Eines der Bilder ist das mutmaßlich letzte Bild der 1973 in Düsseldorf verstorbenen Künstlerin, die trotz der Folgen eines Schlaganfalls bis zu ihrem Tode weiter malte. Kunsthistorisch ist Ilse Häfner-Mode dem Expressiven Realismus zuzurechnen; wie viele andere Künstler wurde sie und auch ihr Ehemann Herbert durch Berufs- und Ausstellungsverbot in ihrer Wirkung gehindert. Herbert Häfner verlor sein Rom-Stipendium. Beide Künstler wurden aus der Reichskammer der Bildenden Künste ausgeschlossen.
Rückblick
1942 flüchtete Ilse Häfner-Mode wegen ihrer eingetragenen jüdischen Religion von Berlin zu ihrer verschwägerten Familie Erich und Charlotte Häfner und Schwiegermutter Margarete Häfner geb. Steinbiß nach Leopoldshöhe, damals eine Ortschaft von 1.000-1.200 Einwohnern. Nach einem knappen Jahr Lagerhaft mit Zwangsarbeit in Elben bei Kassel kehrte sie 1945 nach Leopoldshöhe zurück; wo sie in der Nachkriegszeit im Tausch gegen Lebensmittel und auf Ratenzahlung malte. 1955 zog Ilse Häfner-Mode nach einem Schlaganfall nach Düsseldorf in die Nähe ihres Sohnes und Schwiegertochter Thomas und Erna Häfner (geb. Klei), wo ihre Bilder fröhlicher wurden. Neben zahlreichen Portraits und Zirkusszenen gehören auch viele Stillleben zum Werk von Ilse Häfner-Mode; kunstvolle Arrangements von Alltagsgegenständen mit symbolischen Botschaften.



