Der Feuersalamander mit seiner markanten schwarz-gelben Färbung wird im Gebiet von Bad Salzuflen kaum noch gesichtet. Symbolfoto: www.magnific.com
BUND Bad Salzuflen legt besorgniserregende Daten zur Amphibienaktion 2026 vor
Die Ortsgruppe Bad Salzuflen des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) hat ihren Bericht zur alljährlichen Amphibienaktion 2026 vorgelegt und die gesammelten Daten sind alarmierend. Für sieben Wochen nahmen über 20 engagierte Helfende an der Rettungsaktion im Stadtgebiet teil. In den Bereichen Biemser Straße und Grüner Sand wurden Schutzzäune vom Umweltzentrum errichtet, während „Straßen NRW“ für die Absperrungen an der Exterschen und Detmolder Straße verantwortlich war.
Engagierter Einsatz der Helfer
Die Aktiven sammelten in den frühen Morgen- und späten Abendstunden Amphibien ein und trugen sie sicher über die Straßen zu ihren Laichplätzen. Zudem waren die Naturschützer für das Öffnen und Schließen von Straßensperren im Bereich Stumpfer Turm zuständig. Die Betreuung des Gebiets Asper Heide übernahmen Aktive des Umweltzentrums Heerser Mühle.
Dramatischer Rückgang der Amphibienpopulation
Die nun veröffentlichten Abschlusszahlen für die vom BUND betreuten Bereiche zeigen einen dramatischen Rückgang: Insgesamt konnten 1519 Tiere, darunter Frösche, Molche und Erdkröten, gerettet werden. Dies sind erschreckende 888 Tiere weniger als im Jahr 2025. Besonders besorgniserregend ist das Fehlen des Feuersalamanders: In diesem Jahr wurde kein einziges Exemplar gefunden, während im Vorjahr noch drei gezählt wurden.
Vielfältige Ursachen für den Rückgang
Die Gründe für diesen Rückgang sind vielschichtig. Der Klimawandel mit mehr trockenen Tagen im März und April sowie die niedrigen Temperaturen der letzten Wochen spielen eine Rolle. Hinzu kommt die hochinfektiöse Salamanderpest, ausgelöst durch den aus Asien stammenden Bsal-Pilz, der in Europa bereits ganze Populationen ausgelöscht hat. Auch der sich verbreitende Waschbär stellt eine Bedrohung dar, da er Amphibien als Nahrungsquelle entdeckt hat und besonders in der Asper Heide und am Teich am Stumpfen Turm zahlreiche Tiere tötete. Doch die primären Gefahren bleiben der Straßenverkehr und der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft.
Motivation trotz ernüchternder Zahlen
Die gesammelten Daten werden nun der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Lippe übergeben, um weitere Maßnahmen zum Schutz der Amphibien zu planen. Trotz der ernüchternden Zahlen bleiben die Aktiven motiviert. Bianca Mesch genießt den intensiven Kontakt zur Natur, Heidrun Nelle möchte überfahrene Tiere verhindern und Britta Gorsler betont, dass ohne dieses Engagement ganze Populationen in kürzester Zeit verschwinden würden.
Mitmachen und Kontakt
Interessenten für die nächste Aktion können sich unter ralf.plewnia@bund-badsalzuflen.de melden.