
(v.l.) Alexander Fenske (Abteilungsleiter Polizei), Landrat Meinolf Haase und Julia Breitenstein (Leiterin der Direktion Verkehr) präsentierten die Verkehrsunfallstatistik 2025. Foto: Polizei Lippe, Nina Ehm
Unfalljahresbericht der Polizei im Kreis Lippe
Kreis Lippe (rto). Nur wenige Tage nach der Lippischen Kriminalstatistik stellte Landrat Meinolf Haase gemeinsam mit dem Leiter der Polizei, Polizeidirektor Alexander Fenske, und Polizeirätin Julia Breitenstein, Leiterin der Direktion Verkehr, die Verkehrsunfallzahlen für das Jahr 2025 vor.
Trotz insgesamt mehr Verkehrsunfällen als im Jahr zuvor, gab es erfreulicherweise weniger Menschen, die durch einen Verkehrsunfall verletzt wurden oder sogar ihr Leben verloren haben, heißt es in einer Presserklärung der Polizei.
„Unser Ziel muss es im Kreis Lippe auch weiterhin sein, Verkehrsunfälle zu reduzieren und die Zahl von Verletzten und Toten zu senken. Doch das schaffen wir nur mit der Hilfe jedes Einzelnen“, so der Landrat bei der Vorstellung des Berichtes.
E-Scooter als Sorgenkind
Vor allem sei ein Anstieg bei Verletzten durch Unfälle mit einem E-Scooter zu verzeichnen heißt es. Hier gibt es einen Anstieg in diesem Bereich von 16 verunglückten Kindern. Dabei dürfen Kinder gar nicht E-Scooter fahren. Die Realität sieht aber leider anders aus. Auch was das Fahrverhalten von E-Scooter Fahrern angeht. Die Scooter-Nutzer sind für die Polizei ein echtes Sorgenkind, wie die Statistik belegt. Ihre Beteiligung an Verkehrsunfällen stieg 2025 wieder an: 84 mal kam es zu Unfällen mit einem E-Roller. Das ist doppelt so viel wie im Vorjahr (46). Noch 2023 waren es 26 Unfallbeteiligungen. Verletzt wurden 73 Personen, 33 mehr als im Vorjahr.
Ablenkung im Straßenverkehr und Gesamtstatistik
Auch das Thema Ablenkung im Straßenverkehr bereitet der Polizei Sorgen: Viel zu viele nutzen das Handy während der Fahrt und riskieren damit einen Verkehrsunfall. Anzahl der Verkehrsunfälle 2025 gab es in Lippe insgesamt 10.618 Verkehrsunfälle – 557 mehr als im Vorjahr, ein Plus von 5,7 Prozent.
Das Risiko, im Kreis Lippe bei zu verunglücken, liegt aber weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt des Landes Nordrhein-Westfalen.
Unfälle mit Personenschäden und Sachschäden
Eine leichte Steigerung wurde aber bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden verzeichnet: Bei 1.053 Verkehrsunfällen sind Menschen verletzt oder getötet worden (+0,9 Prozent).
Gestiegen sind ebenfalls die Unfälle mit Sachschäden um +6,3 Prozent auf 9.565.
Verkehrsunfallfluchten
Auch die Anzahl der Verkehrsunfallfluchten blieb weiterhin unbefriedigend hoch: Bei 2.055 Verkehrsunfällen flüchteten Beteiligte vom Unfallort. In 95 Fällen wurden sogar Verletzte zurückgelassen (+6,3 Prozent). Aber rund 51 Prozent dieser Unfallfluchten mit Verletzten konnten aufgeklärt werden. Dabei spielen Zeugenhinweise stets eine entscheidende Rolle bei den Ermittlungen.
Todesfälle und Verletzte
Die Anzahl der Menschen, die bei einem Verkehrsunfall ihr Leben verloren haben, ist gegenüber dem Vorjahr von 11 auf 7 Personen gesunken. 1.335 Personen wurden bei Verkehrsunfällen auf lippischen Straßen verletzt, insgesamt 1.120 Menschen erlitten leichte Verletzungen, 215 Personen galten als schwerverletzt.
Hauptunfallursachen
Hauptunfallursachen für Verkehrsunfälle mit Verletzten sind nach wie vor Geschwindigkeit, Vorfahrt und Abbiegen. Obwohl die Zahlen bei Unfällen mit Verletzten durch Geschwindigkeit um 10,8 Prozent gesunken sind, bleibt die Wahrscheinlichkeit dennoch besonders hoch, wegen zu hohem Tempo bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden. Unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen sind 15,5 Prozent weniger Personen bei Unfällen verletzt worden.
Den Jahresbericht zur Verkehrsunfallentwicklung 2025 gibt es unter: www.lippe.polizei.nrw/artikel/verkehrsunfallstatistik-0

