
Pia und Carolin bei ihrer schweißtreibenden Arbeit. Fotos: HV Leopoldshöhe
Herausforderungen und Erfolg bei der jährlichen Schafschur
Die diesjährige Schafschur auf dem Heimathof stellte alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen, konnte aber dank engagierter Helfer und einer erfahrenen Expertin erfolgreich gemeistert werden. Ursprünglich musste der Termin verschoben werden, da sich die bekannte Schafschererin Carolin Bünting verletzt hatte und die Schafe von Hobby-Schafhalterin Pia Völker zunächst nicht geschoren werden konnten.
Hitzebedingte Anpassungen
Der Nachholtermin am Samstag, den 27.6.2026, fiel ausgerechnet auf einen Tag mit extremer Hitze. Um die Belastung für Mensch und Tier zu minimieren, wurde die Schur kurzfristig von 14.30 Uhr auf 12.30 Uhr vorverlegt. Obwohl auch der frühere Zeitpunkt keine spürbare Abkühlung brachte, konnten die Tiere so immerhin zwei Stunden eher von ihrem dichten Winterfell befreit werden.
Kurze Verwirrung bei den Lämmern
Eine weitere Besonderheit war in diesem Jahr, dass die Mutterschafe gemeinsam mit ihren Lämmern auf der Weide standen. Nach der Schur sorgte das veränderte Aussehen der Schafmütter kurzzeitig für Verwirrung in der Herde. Die Lämmer brauchten einen Moment, um ihre Mütter im neuen, „leichteren Kleid“ wiederzuerkennen, doch schon nach kurzer Zeit kehrte wieder Ruhe ein.
Die erfahrene Schafschererin Carolin Bünting
Mit Carolin Bünting war erneut eine Schafschererin im Einsatz, deren Ruf weit über die Region hinausreicht. Sie arbeitet nicht nur in Deutschland, sondern auch in Ländern mit großen Schafbeständen wie Australien, Neuseeland und Schottland. Ihre Expertise stellte sie bereits bei der Deutschen Juniorenmeisterschaft 2017 und bei den Weltmeisterschaften 2019 und 2023 unter Beweis, wo sie zuletzt in Schottland das Halbfinale erreichte.
Präzision unter erschwerten Bedingungen
Die langjährige Zusammenarbeit zwischen Carolin Bünting und Pia Völker gewährleistete auch unter den schwierigen Bedingungen eine professionelle und zügige Schur. Die Hitze bedeutete sowohl für die Tiere als auch für die Schererin eine erhebliche körperliche Belastung, weshalb jeder Handgriff schnell und präzise sitzen musste.
Nachhaltige Nutzung der Wolle
Pia Völker hatte die Schafschur vorbildlich vorbereitet und tatkräftige Unterstützung für das Sortieren und Verpacken der Wolle organisiert. Die anfallende, verschmutzte Wolle und das Bauchfell werden nicht entsorgt, sondern finden auf dem Heimathof eine sinnvolle Weiterverwendung: Die Gärtnerinnen und Gärtner der Dienstagsgruppe des Heimatvereins nutzen sie als natürlichen Dünger für die Hochbeete.

