
Schon seit Monaten restlos mit Wasserlinsen besiedelt - Regenrückhaltebecken am Krähenholz hier Mitte Mai 2026. Fotos: NABU Leopoldshöhe, Ewald Thies
NABU Leopoldshöhe – Naturinfo
Die Kleinen Wasserlinsen (Lemna minor), auch als Entengrütze bekannt, sind zusammen mit der Dreiteiligen Wasserlinse (Lemna trisulca) unsere kleinsten heimischen Schwimmpflanzen. Sie können die Oberfläche von Teichen und Stillgewässern rasch mit einem dichten, grünen Teppich bedecken – ein Phänomen, das sowohl Vorteile als auch erhebliche Risiken für das Ökosystem birgt.
Vorteile von Wasserlinsen
Positiv ist ihre Fähigkeit, das Teichwasser im Sommer kühl zu halten und als natürliche Filter Nährstoffe aufzunehmen, was Algenwachstum mindert. Sie treiben frei, wobei ihre feinen Wurzeln der Nährstoffabsorption dienen.
Probleme bei massenhaftem Auftreten
Bei massenhaftem Auftreten wird es jedoch problematisch: Ein geschlossener Teppich dunkelt das Gewässer ab und führt zu drastischem Sauerstoffmangel, da Luftzirkulation fehlt und abgestorbene Biomasse Sauerstoff verbraucht. Dies stört das ökologische Gleichgewicht erheblich und kann kleine Stillgewässer für Amphibien und Fische unbewohnbar machen.
Auswirkungen auf Libellen und aquatische Insekten
Besonders leiden Libellenlarven. Sauerstoffmangel dezimiert Larven und deren Beutetiere. Dichte Wasserlinsenteppiche behindern zudem den Schlupf und reduzieren Eiablageplätze. Während ein lockerer Bewuchs Schutz bieten kann, überwiegen bei dichtem Teppich die negativen Auswirkungen für Libellen und andere aquatische Insekten klar.
Wasserlinsen als Indikator für Eutrophierung
Ein explosionsartiges Wachstum der Wasserlinsen ist zudem oft ein Symptom für Eutrophierung – einen Nährstoffüberschuss, meist durch Düngemitteleinträge. Die Pflanzen sind somit eher ein Indikator für ein bereits belastetes Ökosystem als die alleinige Ursache des Problems.
Fazit des NABU Leopoldshöhe
Ein dichter, geschlossener Wasserlinsenteppich ist für die Artenvielfalt, insbesondere Libellen, überwiegend schädlich, primär durch Sauerstoffmangel und Schlupfbehinderung. Moderater, offener Bewuchs kann hingegen tolerabel sein und sogar Vorteile bieten.

