
Illex, die Europäische Stechpalme. Fotos: NABU Leopoldshöhe, Ewald Thies
NABU Leopoldshöhe – Naturinfo
Die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) ist ein besonderes Naturphänomen: Als einziger heimischer immergrüner Laubbaum behält sie ihre Blätter selbst bei Schnee und Eis. Mit ihren leuchtend roten Beeren ist sie ein traditioneller Weihnachtsschmuck und symbolisiert den ewigen Kreislauf des Lebens.
Weltweit verbreitet – Hollywood verdankt den Ilex-Arten seinen Namen, und aus Ilex paraguariensis wird Mate-Tee gewonnen – leistet die Stechpalme auch hier einen wichtigen ökologischen Beitrag. Ihre Beeren sind wichtige Winternahrung für Vögel; im Frühsommer locken ihre Blüten Wildbienen und Hummeln an. Selbst Rehe schätzen das ledrige Laub, wobei nur bodennahe Blätter Stacheln tragen.
Geschützt und giftig: Was man wissen muss
Die attraktiven roten Beeren sind für Menschen giftig. Zudem steht die Europäische Stechpalme in Deutschland seit rund 100 Jahren unter Naturschutz. Das Sammeln im Wald ist verboten, um die Bestände zu schützen. Für Dekorationen findet man sie im Fachhandel oder kann sie im eigenen Garten anpflanzen.
Klimawandel: Ausbreitung mit Schattenseiten
Obwohl die Stechpalme milde Temperaturen und Feuchtigkeit bevorzugt, profitiert sie vom Klimawandel. Ihre Verbreitung hat sich deutlich nach Norden ausgedehnt. Im Unterwuchs der Wälder könnte sie den Bodenpflanzen aber auf Dauer das wenige Licht nehmen und damit deren Wachstum stören. Auf dem Merkslohberg haben sich über die Jahre mächtige Stechpalmen – Bestände ausgebreitet – mit Folgen für die Bodenvegetation, die sich unter den Sträuchern nur eingeschränkt entwickeln kann.
Im Dahlhauser und Ermgasser Wald haben sich die Gehölze ebenfalls etabliert, sind dort aber nicht so ausgebreitet vorzufinden wie im Bereich des Merksloh – und Freesenberges.



