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Jugendliche treffen Zeitzeugen

2. Okt. 2025 | Oerlinghausen

Deutsch-Polnische Jugendbegegnung „Shaping Memory“ auf der Wewelsburg:

Die deutsch-polnische Jugendbegegnung „Shaping Memory“ mit Schülern des Niklas-Luhmann-Gymnasiums (Oerlinghausen) und des XXVIII Liceum Ogólnokształcące (Warschau) endete erfolgreich. Die Jugendlichen setzten sich auf der Wewelsburg intensiv mit der Erinnerungskultur auseinander.

Im Zentrum stand die komplexe Geschichte des Ortes: die Wewelsburg als geplante SS-„Kultstätte“ Heinrich Himmlers und das nahegelegene, ehemalige Konzentrationslager Wewelsburg-Niederhagen.

Eindrücke des Zeitzeugen 

Ein Höhepunkt war die Begegnung mit Zeitzeuge Meinolf Stelte. Der 1938 in Wewelsburg geborene Anwohner berichtete von Kindheitserinnerungen an die Lagerzeit und Zwangsarbeiter, was das Eindringen der Gewaltherrschaft in den Dorfalltag verdeutlichte.

Besonders prägend war seine Antwort auf die Frage nach einem Schlüsselerlebnis: „Ich stand am Fenster und habe meine Mutter gefragt, warum die Männer, die auf der Straße arbeiteten, alle Schlafanzüge anhatten. Ich wusste ja nicht, dass es Häftlinge waren.”

Historische Aufarbeitung und Medienarbeit 

Die Projektwoche, organisiert von der Akademie am Tönsberg e. V., umfasste historische Vorbereitung durch Museumspädagoge Norbert Ellermann. Anschließend arbeiteten die Jugendlichen mit Regisseur Artur Klassen an Medien-Trainings, um das Zeitzeugen-Interview mit Meinolf Stelte aufzubereiten.

Die Teilnehmenden reflektierten die jahrelange, kontroverse Diskussion um die Errichtung eines Gedenksteins für die Opfer des SS-Terrors in Wewelsburg (eingeweiht 2000). Es entstanden Video- und Stop-Motion-Beiträge zur kritischen Auseinandersetzung mit der lokalen Erinnerungsarbeit.

Katarzyna Manowiecka, Lehrerin aus Warschau, bilanzierte: „Was für eine großartige Zeit in Wewelsburg! Das Projekt war professionell, verband Geschichte, Medien und neue Perspektiven effektiv, dank hervorragender Organisation. Wir hoffen auf weitere Projekte.”

Dr. Karsten Pieper, pädagogischer Leiter der Akademie am Tönsberg, betonte die Wichtigkeit solcher deutsch-polnischen Jugendbegegnungen für kritische Fragen, gegenseitiges Verständnis und gemeinsames Lernen. Er dankte den Fördermittelgebern und allen Mitwirkenden.

Die Begegnungswoche wurde finanziell vom Rotary Club Detmold-Oerlinghausen, der Sanddorf-Stiftung und dem Erzbistum Paderborn ermöglicht. Für den Rotary Club hat die Förderung internationaler Jugendzusammenhänge besondere Bedeutung.

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