
Kaffee-Fans können sich freuen: Das Getränk fördert nicht nur die Konzentration, sondern regt auch einige Funktionen im Körper positiv an - wenn die Menge stimmt. Foto: AOK/Colourbox/hfr
Jährlich fließen 163 Liter des beliebten Heißgetränks durch deutsche Kehlen. Doch ist unser alltägliches Ritual wirklich so gesund?
Für viele Menschen, besonders im Kreis Lippe und Bielefeld, ist die morgendliche Tasse Kaffee ein unverzichtbares Ritual. Die Deutschen konsumieren laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich 163 Liter des belebenden Getränks pro Kopf und Jahr. Lange galt Kaffee als Genussmittel, dessen gesundheitliche Auswirkungen kontrovers diskutiert wurden. Aktuelle Studien und Expertenmeinungen zeichnen jedoch ein klares Bild: Kaffee kann, in Maßen genossen, positive Effekte auf die Gesundheit haben.
AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner betont: „Trotzdem sollte jeder die Koffein- und Tassenmenge pro Tag begrenzen. Aber mäßiger Kaffeekonsum ist nicht gesundheitsschädlich. Im Gegenteil: Es gibt Hinweise auf positive Wirkungen für die Gesundheit.“ Damit widerspricht Kaffee sogar einigen Vorurteilen und stellt sich als gesündere Alternative zu Alkohol oder Nikotin dar.
Der belebende Effekt des Koffeins
Der bekannteste Inhaltsstoff des Kaffees ist Koffein, das primär für den Wachmacher-Effekt verantwortlich ist. Es stimuliert das Nervensystem, fördert die Konzentration, beschleunigt Denkprozesse und verbessert die Lernfähigkeit. Darüber hinaus wirkt Koffein stimmungsaufhellend und regt Herzfrequenz, Blutdruck sowie Magen- und Darmfunktionen an, was zu einem allgemeinen Gefühl der Fitness führt.
Im Gehirn blockiert Koffein das müde machende Molekül Adenosin und fördert die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol, die den Organismus mobilisieren. Obwohl Kaffee aufgrund seiner Gehirnwirkung als „Droge“ bezeichnet wird, macht er nicht im eigentlichen Sinne süchtig. Es tritt jedoch ein Gewöhnungseffekt ein, der bei plötzlichem Verzicht Kopfschmerzen oder Müdigkeit verursachen kann.
Kaffee als Schutzschild vor Krankheiten
Jenseits des Koffeins birgt Kaffee weitere gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe, darunter pflanzliche Phenolsäuren. Diese fungieren als Antioxidantien, welche freie Radikale abfangen und somit das Risiko für Krebserkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit und Schlaganfall senken können. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat basierend auf jüngsten Studien eine krebsfördernde Wirkung von Kaffee ausgeschlossen.
Entgegen landläufiger Meinung führt Kaffee nur zu einem kurzfristigen Anstieg des Blutdrucks; langfristig besteht keine Gefahr für Bluthochdruck. Bei Personen, die unter Herzrhythmusstörungen leiden und diese durch Kaffeekonsum verstärkt erleben, wird der Umstieg auf koffeinfreien Kaffee oder pflanzliche Alternativen wie Getreide-, Malz- oder Lupinenkaffee empfohlen.
Maßvoller Genuss ist der Schlüssel
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) stuft bis zu 200 Milligramm Koffein als Einzeldosis als unbedenklich ein. Matthias Wehmhöner präzisiert: „Das sind ungefähr zwei Tassen Filterkaffee oder Espresso. Über den Tag verteilt können gesunde Erwachsene bis 400 Milligramm koffeinhaltige Getränke trinken, also vier bis fünf Tassen.“ Vorsicht ist jedoch bei sportlicher Betätigung geboten, da die Kombination von Sport und Koffein die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems erhöhen kann. Eine vorsichtige Dosierung ist hier ratsam.
Weitere Informationen zu gesunder Ernährung finden Interessierte im Gesundheitsmagazin der AOK unter aok.de, Stichwort „Ernährung“.

