Windpocken-Welle: Deutlicher Anstieg der Fallzahlen in Lippe und Bielefeld – Impfung dringend empfohlen

16. Apr. 2026 | Gesundheit

Windpockenfälle – Windpocken gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten und sind äußerst ansteckend. Daher rät die AOK dazu, insbesondere Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen. Foto: AOK/Colourbox/hfr

Alarmierende Entwicklung in der Region

Im Kreis Lippe und Bielefeld ist ein deutlicher Anstieg der Windpockenfälle zu verzeichnen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete im vergangenen Jahr 333 Fälle im Kreis Lippe, 71 mehr als im Vorjahr (2024) und deutlich mehr als die 128 Fälle von 2023. In Bielefeld stiegen die Fälle auf 130, 54 mehr als im Vorjahr. „Windpocken sind äußerst ansteckende Kinderkrankheiten. Wir raten dringend zur Impfung, besonders bei Kindern“, so AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.

Impfen schützt: Die Empfehlung der STIKO

Verursacher der Windpocken (Varizellen) ist das Varizellen-Zoster-Virus, das sich leicht über Tröpfcheninfektion verbreitet. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für Kleinkinder eine Grundimmunisierung mit zwei Impfstoffdosen im Alter von elf und 15 Monaten (Mindestabstand vier Wochen). Diese Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Wehmhöner betont die Wichtigkeit einer informierten Elternentscheidung und weist auf die Nachholmöglichkeit hin.

Ansteckungsgefahr und Symptomatik

Die Infektion beginnt sich zehn Tage bis drei Wochen nach Ansteckung mit Kopfschmerzen und Fieber zu äußern. Später treten stark juckende, rote Flecken auf, die sich zu mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen entwickeln. Diese sind höchst ansteckend und verkrusten innerhalb ein bis zwei Wochen. Die Ansteckungsgefahr beginnt bereits einen Tag vor dem Ausschlag und endet, wenn alle Bläschen ausgetrocknet sind.

Folgen und Prävention

Ein Aufkratzen der Bläschen ist unbedingt zu vermeiden, um Narben und schwere Hautinfektionen vorzubeugen. Ärztlich verordnete Salben oder Lotionen lindern den Juckreiz. Bettruhe unterstützt die Genesung. Der Windpocken-Erreger verbleibt nach einer Infektion latent im Körper und kann später als schmerzhafte Gürtelrose (Herpes Zoster) reaktiviert werden.

Weitere detaillierte Informationen zum Impfschutz bietet die AOK im Internet unter aok.de/nw (Rubrik Leistungen & Services, Leistungen von A bis Z).

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