Am vergangenen Sonntag, dem 27.9.2026, verwandelte sich der Heimathof Leopoldshöhe erneut in einen lebendigen Schauplatz ländlicher Traditionen. Das diesjährige Kartoffel- und Dreschfest, gemeinsam veranstaltet vom Heimatverein Leopoldshöhe und den Treckerfreunden Leopoldshöhe, begeisterte mehr als 800 Besucherinnen und Besucher und etablierte sich einmal mehr als fester Bestandteil des regionalen Veranstaltungskalenders.
Schon in den frühen Morgenstunden kündigte sich ein besonderer Tag an: Während der Morgentau noch auf den Wiesen lag, rollten die ersten historischen Trecker auf das Gelände. Namen wie Lanz-Bulldog, Hanomag, Deutz und McCormick ließen mit ihrem unverwechselbaren Klang die Herzen der Technikfans höherschlagen und vergangene Zeiten wieder aufleben. Die riesige Resonanz spiegelte sich auch in der Parkplatzsituation wider: Der Parkplatz am REWE war vollständig belegt, und selbst der eigens eingerichtete Fahrradparkplatz am Heimathof platzte aus allen Nähten.
Aktivitäten für die ganze Familie
Unter dem Motto „Himmel und Erde – von der Wurzel bis zur Krone“ bot das Fest ein abwechslungsreiches Programm, das besonders Familien zum Mitmachen und Entdecken einlud. Von den Kleinsten bis zu den Urgroßeltern waren alle Generationen auf dem Heimathof unterwegs und genossen das gemeinschaftliche Erleben.
Ein besonderer Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf den zahlreichen Mitmachaktionen für Kinder. Bei der Kartoffelernte konnten die jungen Besucher selbst Hand anlegen und die Knollen nach altem Brauch mit der Forke auswerfen und anschließend aus der Erde sammeln. Die frisch geernteten Kartoffeln wurden gewaschen, mit Lehm ummantelt und anschließend im offenen Feuer gebacken – ein Erlebnis, das alle Sinne ansprach.
Beim Kartoffelwettlauf und Sackhüpfen waren Schnelligkeit, Geschicklichkeit und vor allem jede Menge Spaß gefragt. Auch die Jüngsten konnten hier ihre ersten sportlichen Erfolgserlebnisse feiern.
Großen Anklang fand erneut das gemeinsame Nistkastenbauen. Unter fachkundiger Anleitung von Michelle Freund entstanden aus vorgefertigten Bausätzen neue Quartiere für heimische Vögel. So konnten die Kinder nicht nur selbst etwas gestalten, sondern gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Schutz der heimischen Vogelwelt leisten.
Eine besondere Premiere war die neue Heimathof-Rallye. Schulkinder konnten den Heimathof allein oder gemeinsam mit ihren Eltern auf spielerische Weise erkunden. Die von Edeltraud Dombert und Sabine Bastert zusammengestellten Fragen führten die Teilnehmer zu den historischen Gebäuden und in das Umfeld des Heimathofes. Dabei galt es, knifflige Aufgaben zu lösen und genau hinzuschauen. Ganz nebenbei erfuhren die Kinder und ihre Eltern viel Wissenswertes über die Geschichte und Bedeutung des Heimathofes – damals wie heute. Zum Abschluss wartete auf alle teilnehmenden Kinder eine spannende Verlosung. So ging es für die jungen Entdecker nicht nur mit einem kleinen Dankeschön des Heimatvereins, sondern auch mit vielen neuen Eindrücken und einem deutlichen Zugewinn an Wissen über den Heimathof nach Hause.
Landwirtschaftliche Traditionen lebendig gehalten
Ein weiterer erlebnispädagogischer Höhepunkt war erneut das Thema „Vom Korn zum Brot“. Wenn die historische Dreschmaschine auf dem Heimathof lautstark ihre Arbeit aufnahm, zeigte Theodor Steiling anschaulich, wie aus Getreide schließlich Brot entsteht – ein faszinierender Prozess, der Jung und Alt gleichermaßen beeindruckte.
Auch die neue Wagenremise, die inzwischen feierlich eingeweiht wurde, war für die Besucher geöffnet. Die dort präsentierten historischen Exponate passten thematisch hervorragend zum Kartoffel- und Dreschfest und luden zu einem informativen Rundgang ein. Ergänzend dazu bot das geöffnete Heimatmuseum spannende Einblicke in die Geschichte der lippischen Heimat.
Faszination historische Landmaschinen
Natürlich kamen auch die Freunde historischer Landtechnik voll auf ihre Kosten. Die Treckerfreunde Leopoldshöhe präsentierten ihre seit Jahrzehnten gehegten und gepflegten Schätze und brachten die historischen Maschinen auf dem Heimathof und dem angrenzenden Acker in beeindruckender Aktion.
Die alten Trecker und landwirtschaftlichen Geräte vermittelten eindrucksvoll, wie viel körperliche Arbeit und Aufwand die Bewirtschaftung der Felder früher erforderte und gaben einen authentischen Einblick in das ländliche Leben vergangener Generationen.
Ein besonderer Höhepunkt war die Vorführung der Kartoffelernte mit einem historischen Kartoffelroder. Nachdem die Kartoffeln ausgeworfen waren, konnten sich Erwachsene und Kinder gemeinsam auf die Suche nach den Knollen machen. Für den Abtransport der Ernte stand das beliebte „Kartoffel-Taxi“ bereit, wodurch manche Familie sogar einen kleinen Vorrat an frisch geernteten Kartoffeln mit nach Hause nehmen konnte.
Auf dem Acker waren sowohl Kartoffeln als auch Weizen angebaut worden. Das Ausdreschen der bereits geernteten Weizenähren war daher ebenfalls ein fester Bestandteil des Programms. Und natürlich durften die großen Strohballen sowie die bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebten Rundfahrten mit dem Bulldog nicht fehlen, die für strahlende Gesichter sorgten.
Natur hautnah erleben
Neben Landwirtschaft und historischer Technik kam auch die Natur nicht zu kurz. Claudia Glietz-Ganster und ihr Team vom Hegering Windwehe brachten gemeinsam mit der Rollenden Waldschule der Kreisjägerschaft Lippe die heimische Tierwelt auf den Heimathof.
Viele Wildtiere sind scheu und lassen sich in freier Natur nur selten aus nächster Nähe beobachten. An der Rollenden Waldschule konnten Kinder und Erwachsene dagegen zahlreiche heimische Tiere kennenlernen und beispielsweise Dachs oder Rotfuchs einmal aus unmittelbarer Nähe betrachten – ein unvergessliches Erlebnis.
Auch der NABU Leopoldshöhe war mit einem informativen Angebot vertreten. Ein Quiz über heimische Vögel stellte das Wissen der Besucher auf die Probe. Darüber hinaus gab es zahlreiche Informationen über Insekten sowie über geeignete Nektar- und Pollenpflanzen, die einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten.
Mit dabei waren außerdem das Leos und die Verkehrswacht des Kreises Lippe, die mit Informationen und kleinen Geschenken für zusätzliche Angebote und Aufklärung sorgten.
Musikalische Klänge und kulinarische Genüsse
Für die musikalische Begleitung sorgten die „4 Harmony’s“ mit ihren gewohnt flotten Rhythmen und trugen damit maßgeblich zur ausgelassenen und geselligen Atmosphäre auf dem Heimathof bei.
Natürlich war auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Herzhaftes vom Grill und aus der Pfanne, Süßes aus dem Backofen, duftender Kaffee und eine Auswahl an kühlen Getränken sorgten dafür, dass niemand hungrig oder durstig bleiben musste und die Festgemeinde in vollen Zügen genießen konnte.
Am Ende des Tages konnten die Veranstalter auf ein rundum gelungenes Kartoffel- und Dreschfest zurückblicken. Die große Besucherzahl, die vielen begeisterten Kinder und die zahlreichen angeregten Gespräche zeigten einmal mehr, wie gut sich historische Landwirtschaft, Heimatgeschichte, Naturerlebnis und gemeinschaftliches Feiern miteinander verbinden lassen und ein unvergessliches Erlebnis schaffen.
Der Heimatverein Leopoldshöhe und die Treckerfreunde Leopoldshöhe bedanken sich herzlich bei allen Besucherinnen und Besuchern, Helferinnen und Helfern, Ausstellern, Mitwirkenden und Unterstützern, die mit ihrem Engagement zum Gelingen dieses wundervollen Festes beigetragen haben.
Häufig gestellte Fragen
Wann und wo fand das Kartoffel- und Dreschfest statt?
Das Kartoffel- und Dreschfest wurde am Sonntag, dem 27. September 2026, auf dem Heimathof Leopoldshöhe veranstaltet.
Wer waren die Veranstalter des Festes?
Das Fest wurde gemeinsam vom Heimatverein Leopoldshöhe und den Treckerfreunden Leopoldshöhe organisiert.
Welche besonderen Aktivitäten gab es für Kinder?
Für Kinder gab es Mitmachaktionen wie die Kartoffelernte mit anschließendem Backen im offenen Feuer, Kartoffelwettlauf, Sackhüpfen, Nistkastenbauen und eine Heimathof-Rallye.
Wurden auch historische Landmaschinen gezeigt?
Ja, die Treckerfreunde Leopoldshöhe präsentierten historische Trecker wie Lanz-Bulldog und Hanomag sowie einen historischen Kartoffelroder und die Dreschmaschine in Aktion.