
Auszeichnung für den Autor Jörg Isermeyer. Foto: © Jörg Isermeyer
„Egal war gestern“ – Autor Jörg Isermeyer erhält Gustav-Heinemann-Friedenspreis des Landes NRW
Jugendroman beleuchtet Hass im Netz
Düsseldorf/Bielefeld. „So wie jeden Tag die Sonne aufgeht, gibt’s jeden Tag ein bisschen Hass aufs Handy.“ So beschreibt die Schülerin Sam ihren Alltag. Sams Eltern stammen aus Angola. Und bald gilt dieser Satz auch für ihre jüngeren Mitschüler Lennard und Finn, die eigentlich nur mit lustigen Videos auf Social Media berühmt werden wollten.
Autor Jörg Isermeyer beschreibt in seinem Jugendroman „Egal war gestern“, wie schnell sich rechte Hetze im Netz verbreitet und das Leben junger Menschen vergiftet. Für sein Werk erhält er jetzt den Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher. Die Auszeichnung der Landesregierung wird 2025 zum 42. Mal vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert.
Preisverleihung und Lesung in Bielefeld
Kulturministerin Ina Brandes wird am Montag, den 24.11.2025 (11.00 – 13.00 Uhr), in der Wissenswerkstadt Bielefeld (Wilhelmstraße 3) den Preis an Autor Jörg Isermeyer überreichen. In einer öffentlichen Lesung mit Gespräch gibt Isermeyer Einblick in seine Arbeit. Der Besuch der Verleihung ist kostenlos, lediglich eine Anmeldung ist notwendig bis zum 17.11.2025 per E-Mail an: E-Mail: anmeldung@politische-bildung.nrw.de
Kulturministerin Ina Brandes würdigt den Roman
Kulturministerin Ina Brandes sagt: „Literatur für Kinder und Jugendliche ist dann besonders erfolgreich, wenn sie einen direkten Bezug zur Lebenswelt der jungen Menschen herstellt. Jörg Isermeyer ist es hervorragend gelungen, die allgegenwärtige Beschäftigung mit Social Media zu einer berührenden Geschichte zu verarbeiten, die ganz unterschiedliche Probleme anspricht: Hassparolen gegen Ausländer, übersteigerte Suche nach Anerkennung im Internet und Loyalität unter Freunden. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre, die Freude macht und zugleich zum Nachdenken anregt.“
Die Jury-Begründung
Die Jury hob besonders hervor, dass Isermeyer in seinem Roman in hohem Maße zur Identifikation einlädt. Der Autor durchsetze seine Erzählung mit vielen verschiedenen Textformaten von Social Media – Kommentare, Blogeinträge, Emojis – und gestalte ihn so lebendig und lebensnah. Souverän und mit viel Humor bringe er seinen jugendlichen Lesern die Social-Media-Welt nahe und zeige auch ihre grausamen Seiten auf. Ein lebensnahes Buch, urteilte die Jury, das angesichts der politischen Situation in Deutschland, Europa und weltweit zeige, wie soziale Mechanismen und digitale Algorithmen (Berechnungsverfahren) funktionieren.



