Das Archäologische Freilichtmuseum (AfM) Oerlinghausen lanciert eine innovative Geschichtswerkstatt für Schüler ab Klasse 10. Das dreistündige Bildungsangebot regt dazu an, kritisch zu hinterfragen, wie Geschichtsbilder entstehen und was sie über ihre Entstehungszeit aussagen. Museen prägen unsere Vorstellungen von Vergangenheit; die Werkstatt vermittelt Handwerkszeug zur differenzierten Analyse. Das erfolgreich erprobte Angebot ist ab sofort für Schulklassen buchbar.

Im Fokus der Geschichtswerkstatt steht die eigene Museumsgeschichte. Das bereits in den 1930ern als „Germanengehöft“ errichtete und nach dem Krieg wiederaufgebaute Ensemble zeigt exemplarisch, wie historische Darstellungen von zeitgenössischen Weltanschauungen geformt werden. Jugendliche verbinden die Auseinandersetzung mit Rekonstruktionen vor Ort mit eigenständiger Quellenarbeit. Sie analysieren Texte, Fotografien und Zeitungsartikel, um zu erkennen, wie „die Germanen“ in verschiedenen Epochen präsentiert und Geschichtsbilder für unterschiedliche Zwecke genutzt wurden. Dies schärft das Verständnis für historische Narrative.

Das Programm ist eng an die aktuelle Museumsentwicklung gekoppelt: Ein neues „Germanenhaus“ wird in zwei Hälften geteilt. Beide basieren auf demselben archäologischen Befund, zeigen aber zwei völlig unterschiedliche Geschichtsbilder. Eine Seite rekonstruiert die ideologische Inszenierung von 1936, die andere den aktuellen Forschungsstand. Eine gläserne Trennwand wird den direkten Vergleich ermöglichen und sichtbar machen, wie stark zeitgenössische Interpretationen die Darstellung von Vergangenheit beeinflussen.

Ziel ist es, Jugendliche zu befähigen, Geschichtsbilder nicht einfach zu akzeptieren, sondern deren Entstehung, Funktion und Wirkung kritisch zu beleuchten. Die Werkstatt thematisiert so eine Kernfrage der historischen Vermittlung: Wie bilden sich unsere Vorstellungen von Vergangenheit und wie lernen wir, reflektiert mit ihnen umzugehen?

Information und Buchung: Archäologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen, Am Barkhauser Berg 2–6, 33813 Oerlinghausen, E-Mail: [email protected], Tel.: 05202-2220

Häufig gestellte Fragen

Was ist die neue Geschichtswerkstatt im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen?

Die neue Geschichtswerkstatt ist ein dreistündiges Bildungsangebot des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen, das Schüler dazu anregt, kritisch zu hinterfragen, wie Geschichtsbilder entstehen und was sie über ihre Entstehungszeit aussagen.

Für welche Zielgruppe ist die Geschichtswerkstatt konzipiert?

Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10 und ist ab sofort für Schulklassen buchbar.

Welche Rolle spielt die eigene Museumsgeschichte in der Werkstatt?

Die Werkstatt beleuchtet die eigene Geschichte des Museums, insbesondere das ursprünglich in den 1930ern errichtete „Germanengehöft“. Anhand dessen wird exemplarisch gezeigt, wie historische Darstellungen von zeitgenössischen Weltanschauungen geformt werden.

Wie kann man die Geschichtswerkstatt buchen?

Buchungen sind über die E-Mail-Adresse [email protected] oder telefonisch unter 05202-2220 beim Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen möglich.