
Nur etwa jeder vierte Teenager im Kreis Lippe nutzt die gesetzlichen Jugenduntersuchungen. Foto: AOK/colourbox/hfr
Wichtige Vorsorge verpasst
Kreis Lippe / Bielefeld – Die Beteiligung an den Jugendgesundheitsuntersuchungen J1 und J2 ist in der Region sehr gering. Eine AOK NordWest-Auswertung zeigt: Im Kreis Lippe nutzte nur jeder vierte (23,6%), in Bielefeld jeder siebte (14,3%) Teenager die Checks. Trotz Anstieg bleibt das Niveau weit unter den Erwartungen. „Wir appellieren dringend an alle Eltern, ihre Kinder zu motivieren“, so AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner. Pubertäre Veränderungen brauchen ärztliche Begleitung.
Motivation sinkt mit dem Alter
Die J1 für 12- bis 14-Jährige wird noch von über einem Drittel (37,5 Prozent in Lippe, 22,4 Prozent in Bielefeld) in Anspruch genommen. Doch mit dem Alter nimmt die Motivation stark ab: Die spätere J2 (AOK-Mehrleistung für 16- bis 17-Jährige) wird nur von einem kleinen Teil der Jugendlichen genutzt. Die AOK wirkt dem mit Anschreiben und digitalen Hinweisen entgegen.
Früherkennung und vertrauliche Beratung sind Schlüssel
Die Jugenduntersuchungen sind essenziell für die Früherkennung von Krankheiten und Entwicklungsstörungen. J1 und J2 überprüfen körperliche Parameter, Impfstatus, Organe und das Skelettsystem. Dies ermöglicht das frühe Erkennen von Fehlhaltungen, chronischen Krankheiten, Hautproblemen oder Essstörungen. Die J2 erweitert den Fokus zudem auf Pubertäts- und Sexualitätsstörungen sowie das Diabetes-Risiko.
Ein vertrauliches Gespräch mit dem Arzt ist zentral. Es bietet Jugendlichen die Chance, ohne Beisein der Eltern über körperliche, geistige und soziale Entwicklungen sowie eine gesunde Lebensführung zu sprechen. Die Option, allein zum Arzt zu gehen, soll Hemmschwellen abbauen und offene Kommunikation in dieser Phase fördern.



