Auf dem Spielplatz an der Oststraße suchten Anlieger, Vertreter der SPD und des Ordnungsamtes nach Lösungen für die Parkplatznöte. Foto: kd
Parkdruck steigt: SPD diskutiert mit Bürgern über fehlende Stellflächen in Helpup
In Deutschland gibt es immer mehr Autos. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sind aktuell 49,3 Millionen Personenwagen zugelassen und damit so viele wie nie zuvor. Das entspricht 590 Pkw auf 1.000 Einwohner. Aber während sich die Fahrzeugdichte erhöht, wachsen die öffentlichen Parkflächen nicht mit. Im Westen Helpups ist der Druck besonders stark. Die SPD lud deshalb die Bürgerinnen und Bürger zum Gespräch ein. 50 Personen kamen zum „Roten Grill“.
Kritische Parksituation in Helpuper Straßen
„Wir haben mehrere Stimmen vernommen, dass die Parksituation in der Oststraße, Im stillen Winkel und Im Felde besonders kritisch ist“, sagte Volker Neuhöfer vom Vorstand der Helpuper SPD. „Es gibt mehr Fahrzeuge pro Familie und mehr Langzeitparker.“ Dies konnten die Anlieger nur bestätigen. „Es ist teilweise viel zu eng, weil die Straßen zugeparkt sind“, meinte eine Anwohnerin. „Manchmal sind die Ausfahrten versperrt, Autos werden in Kurven abgestellt, auch manche Mülltonnen verhindern ein Durchkommen.“
Die Rechtslage: Was erlaubt ist und was nicht
Sven Heitländer, bei der Stadtverwaltung unter anderem zuständig für den ruhenden Verkehr, zeigte Verständnis, wies aber auch auf die Rechtslage hin. „Personenwagen und Wohnmobile dürfen im öffentlichen Raum bis zu einem Jahr stehen“, sagte er. „Anhänger dürfen nur 14 Tage lang unbewegt abgestellt werden.“ In Spielstraßen müssten die gekennzeichneten Flächen zum Parken genutzt werden. Dies werde auch vom städtischen Ordnungsdienst überprüft. Halter von abgemeldeten Fahrzeugen würden kontaktiert und verwarnt.
Ordnungsamt setzt auf Kommunikation
Heitländer ergänzte: „Vieles ist zwar zulässig, aber dennoch nicht angebracht.“ Grundsätzlich empfehle er, das direkte Gespräch zu suchen, wenn etwas als störend empfunden wird. „Das Ordnungsamt setzt auf Kommunikation, meistens kennt man doch die Besitzer“, sagte er. „Wir haben nur zwei Mitarbeiter im Außendienst und können bei Konflikten nicht innerhalb von zehn Minuten kommen.“ Notfalls könne der Sachverhalt mit Fotos dokumentiert werden. „Es dürfen aber keine Personen aufgenommen werden und die Bilder sollen nicht bearbeitet sein.“ Anonyme Hinweise würden jedoch nicht akzeptiert. „Man wird ja zum Zeugen des Verfahrens“, betonte Heitländer.
„Wir wollen aber nicht zur Denunziation aufrufen, es geht hier um Sicherheit“, erklärte Volker Neuhöfer. Schließlich werde schon in Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung auf die gegenseitige Rücksichtnahme hingewiesen.
Lösungsvorschläge und Grenzen
Der Vorschlag einer Anwohnerin, noch mehr weiße Zickzacklinien auf der Fahrbahn anzubringen, sei nicht praktikabel meinte Ordnungsamtsleiter Heitländer. „Wir können nicht überall Schilder aufstellen und Markierungen aufmalen. Das wird auch von der Straßenverkehrsbehörde nicht genehmigt.“
Auch wenn zunehmend größere Autos gebaut würden, könnte der Parkraum nicht beliebig erweitert werden, meinte eine Anwohnerin. Sie schlug deshalb vor, die Stellplätze schräg anzuordnen. Ihre Idee: „Man sollte die vorhandenen Flächen einfach cleverer nutzen, ohne dass Parkplätze verloren gehen.“