
Noch etwas ungläubig nimmt Martin Hoffmann die Glückwünsche entgegen – er ist alter und neuer Bürgermeister von Leopoldshöhe. Zu den ersten Gratulanten zählt CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Klaus Fiedler. Foto: Dietmar Klee
Wahlergebnisse und erste Konsequenzen
Leopoldshöhe (rto). Die Revolution hat nicht stattgefunden. Zwar ist die PUP mit 22,6 Prozent die zweitstärkste Kraft im Rat geworden, aber ihr Ziel, auch den Bürgermeister zu stellen, hat die Wählerinitiative nicht erreicht. Prof. Dr. Martin Hoffmann hat die absolute Mehrheit mit rund 56 Prozent erreicht. Sein Herausforderer Frank Elbrächter holte aber immerhin fast 30 Prozent. Mit 15 Prozent kam auch die AFD in den Rat, was die Arbeit für die alte Kooperation aus SPD, CDU, Grünen und FDP in Zukunft nicht einfacher machen wird, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Grünen-Fraktion halbiert wurde und die FDP ihre Fraktionsstatus verloren hat.
Gründe für den Erfolg der PUP
Die Zugewinne der PUP sind letztlich auf die zuletzt vor der Wahl hochgekochten Themen Baugebiet Brunsheide und die geplanten Windkraftanlagen der Stadtwerke Bielefeld auf Leopoldshöher Gebiet zurück zu führen.
Herausforderungen für die Opposition
Protest lässt sich gut verkaufen doch jetzt muss die Wählerinitiative auch zeigen, dass sie Politik machen kann. Und die besteht meisten aus Kompromissen. Dass die AFD nicht viel zu sagen hat, hat sie schon in der letzten Legislatur gezeigt. Es wird sich zeigen, wie diese beiden Oppositionsparteien in Zukunft den Leopoldhöher Rat beherrschen werden.
Bürgermeister Hoffmann: Bereit für Zusammenarbeit
Bürgermeister Martin Hoffmann ist zunächst erst einmal glücklich weitergekommen zu sein, so sein erstes Statement gegenüber dem Blauen Blatt und weiter: „Wir können jetzt unsere Strategien weiter fortsetzen, wie z.B. den Haushalt konsolidieren. Was die Angriffe aus dem Wahlkampf angeht, so denke ich, das war Wahlkampf. Wir fangen am besten von vorne an. Die Hand ist ausgestreckt.“
Stimmen aus den Fraktionen
Axel Meckelmann von der CDU, sagt er habe mit dem hohen Ergebnis der PUP gerechnet, jetzt sei es an der Zeit Gespräche zu führen, was er aber als schwierig ansieht. Er sagt, dass seine Fraktion die Zusammenarbeit mit der SPD und den Grünen weiter fortsetzen will.
Jürgen Hachmeister von den Grünen zeigt sich enttäuscht vom Wahlergebnis und der Tatsache, dass Populisten und die AFD so dermaßen zugenommen haben, wie er sagte. „Wir sind mit unseren Anliegen offensichtlich nicht durchgedrungen. Jetzt liegt es an uns, die PUP zu entzaubern.“ Hachmeister hofft, mit den anderen Fraktionen die Sachpolitik weiter betreiben zu können. Die Grünen seien zu Kooperationen bereit.
Für Nils Schotte von der SPD steht neben der Freude über die Wiederwahl des gemeinsamen Bürgermeisters die Sorge um das Erstarken der AFD und der PUP im Vordergrund. „Gemeinsam mit dem Bürgermeister und den anderen demokratischen Fraktionen sehe ich aber, dass wir unsere Ziele gemeinsam weiterverfolgen können. Es liegt jetzt auch an deren Bereitschaft: die SPD als stärkste Fraktion ist dazu bereit.“



