Wer wird neuer Chef im Kreishaus Haase v/s Kottmann?

17. Sep. 2025 | Überregionales

Stichwahl am 28. September 2025

Stichwahl um das Landratsamt im Kreis Lippe

Kreis Lippe(rto). Am Sonntag wird in einer Stichwahl entschieden wer die nächsten fünf Jahre als Landrat/Landrätin Lippe repräsentieren wird. Zur Wahl stehen Meinolf Haase(CDU) und Ilka Kottmann(SPD). Keiner von beiden konnte im ersten Wahlgang am 14. September die absolute Mehrheit erringen. Meinolf Haase erreichte 39,8 Prozent, Ilka Kottmann 29,06 Prozent.

Die Kandidaten und ihre Hintergründe

Wie unterscheiden sich die beiden Kandidaten? Ihre persönlichen Interviews in der Vergangenheit brachten darüber Klarheit.

Meinolf Hasse (60)ist Lippes oberster Bevölkerungschützer, Mitglied des Verwaltungsrates und hat Führungserfahrung. Seit 20 Jahren ist er als Amtsleiter im Kreis tätig. Er wurde von der CDU schon früh, im Dezember 2024, als Kandidat aufgestellt.

Ilka Kottmann (41) hat vor drei Jahren den Vorsitz der SPD-Kreistagsfraktion übernommen. Sie selbst sagt von sich, nie an eine Kandidatur gedacht zu haben. Sie wurde von der Partei ins Rennen geschickt, nachdem Dennis Maelzer aus gesundheitlichen Gründen zurückzog und sich in der Partei auch nach längerem Suchen niemand fand. Außer in der Kreistagsfraktion hat die SPD-Kandidatin sich bisher als Mitglied im Aufsichtsrat des Klinikums Lippe und der Kreis-Senioreneinrichtungen, sowie als stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse Detmold-Paderborn und im Verwaltungsrat des Job-Centers eingebracht. Aktuell ist sie stellvertretende Schulleiterin des Abendgymnasiums in Bielefeld. Führungsaufgaben in der Verwaltung hatte sie bisher nicht, während Meinolf Haase seine Kompetenz als Führungskraft beeindruckend und erfolgreich als Leiter des Krisenstabes in den Corona-Jahren unter Beweis stellen konnte.

Meinolf Haases Pläne für die Verwaltung

Kritik übt Haase an der aus seiner Sicht vom scheidenden Landrat unnötig aufgeblasenen Verwaltung. So stellt er u.a. den Verwaltungsvorstand in Frage. Anders als der jetzige Landrat will er sich nicht nur von vier Personen informieren lassen. Er möchte mit allen Abteilungsleitern kommunizieren und will das Ohr nicht nur ”am Volk” haben, sondern auch in den Verwaltungsabteilungen. Die Bürger sollten sich unter seiner Leitung wieder wohlfühlen mit der Verwaltung sagt er. Vor allen die Abteilungen, die im unmittelbarem Kontakt mit der Bevölkerung stehen, seien unter der jetzigen Führung vernachlässig worden. Hier müsse der Dienstleistungscharakter wieder aufgebaut werden.

Ilka Kottmanns Vision und Ansatz

Für Ilka Kottmann ist der Posten einer Landrätin eine politische Position die vor allem generalistisch zu sehen ist. Man müsse in Rollen denken und die richtigen Fragen stellen. Das habe sie als Fraktionsvorsitzende gelernt, so die Kandidatin. Als gewählte Landrätin will die zweifache Mutter eine andere Politik ins Kreishaus bringen, eher diskursiver, nach gemeinsamen Lösungen suchend und emanzipatorisch, so stellt sie sich das Amt vor. Zur Frage, wie sie das Amt als Mutter von zwei zehn- und elfjährigen Kindern ausfüllen will, antwortete sie, es wäre doch ein Zeichen nach Außen, dass auch eine Mutter den Kreis führen kann. Und die vielen Termine könne man doch auch teilen. Es gäbe doch auch Stellvertreter.

Gemeinsame und spezifische Standpunkte

Beide Kandidaten stehen hinter dem Beschluss das Detmolder Krankenhaus als Universitäts- Universalversorger und das Lemgoer Haus zur Grundversorgung zu erhalten. Dass der Bevölkerungschutz in der aktuellen Lage unter der möglichen Führung von Meinolf Hasse nicht zu kurz kommt, liegt in der Natur der Sache.

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