Bielefeld (bi) Im Tierpark Olderdissen gibt es Nachwuchs bei den Tarpanen: Am Montag (5.10.2026), ist auf der Tarpanweide ein männliches Fohlen zur Welt gekommen. Der kleine Hengst mit dem Namen „Miles“ ist wohlauf und erkundet an der Seite seiner Mutter bereits seine Umgebung.

Die Tarpan-Herde in Olderdissen

Tarpane gehören zu den Traditionstierarten im Tierpark Olderdissen und werden dort bereits seit Jahrzehnten gehalten. Die Tarpanweide befindet sich hinter dem Verwaltungsgebäude und bietet den Tieren eine großzügige Fläche. Zur Gruppe gehören die beiden Stuten „Jolita“ und „Hanna“ sowie Hengst „Max“ und Sohn „Marek“, der im Dezember 2025 geboren wurde. „Max“ kam 2023 aus dem Wildpark Ludwigshafen nach Bielefeld. Nachdem die Eingewöhnung zunächst etwas Zeit benötigte, hat sich die Gruppe gut zusammengefunden. Mit dem jüngsten Fohlen gibt es nun erneut Nachwuchs bei den Tarpanen.

Historische Wurzeln und bedeutende Persönlichkeiten

„Die Geschichte der Tarpane in Olderdissen reicht bis in die frühen 1950er-Jahre zurück. Damals schenkte Heinz Heck, seinerzeit Direktor des Tierparks Hellabrunn in München, dem Tierpark Olderdissen ein Tarpanpaar“, berichtet Tierparkleiter Dr. Benjamin Ibler. „An Heinz Heck erinnert in Bielefeld bis heute die Heckstraße. Sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Brehmstraße und Mendelstraße. Damit finden sich dort die Namen gleich dreier bedeutender Persönlichkeiten aus Biologie und Tierkunde“, freut sich Tierparkleiter Ibler. Neben Heck sind dies der Zoologe und Verfasser von „Brehms Tierleben“ Alfred Brehm sowie Gregor Mendel, dessen Forschungen zur Vererbung die Grundlagen der klassischen Genetik legten.

Merkmale und Bedeutung der Rückzüchtungen

Der ursprüngliche Tarpan gilt als ausgestorben. Charakteristisch für die heutigen Rückzüchtungen sind unter anderem das mausgraue Fell und teilweise auftretende dunkle Streifen an den Beinen. Eine für echte Wildpferde typische Stehmähne konnte bei der Rückzüchtung dagegen nicht erreicht werden. Auch wenn die heutigen Tarpane keine ursprünglichen Wildpferde sind, werden sie aufgrund ihrer Robustheit unter anderem in Beweidungsprojekten eingesetzt. Dort tragen sie dazu bei, offene Landschaftsflächen zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist im Tierpark Olderdissen passiert?

Im Tierpark Olderdissen in Bielefeld wurde am Montag, dem 5. Oktober 2026, ein männliches Tarpan-Fohlen namens „Miles“ geboren, das die Herde bereichert.

Seit wann gibt es Tarpane im Tierpark Olderdissen?

Die Geschichte der Tarpane in Olderdissen reicht bis in die frühen 1950er-Jahre zurück, als Heinz Heck, der damalige Direktor des Tierparks Hellabrunn, dem Tierpark Olderdissen ein Tarpanpaar schenkte.

Sind die heutigen Tarpane ursprüngliche Wildpferde?

Nein, der ursprüngliche Tarpan gilt als ausgestorben. Die heutigen Tarpane sind Rückzüchtungen, die zwar robust sind, aber beispielsweise keine typische Stehmähne echter Wildpferde aufweisen.

Wofür werden Tarpan-Rückzüchtungen eingesetzt?

Die robusten Tarpan-Rückzüchtungen werden unter anderem in Beweidungsprojekten genutzt, um zum Erhalt offener Landschaftsflächen beizutragen.