Praxen warnen vor Unterversorgung in der Kieferorthopädie in OWL

8. Juni 2026 | Überregionales

Sieben lächelnde Personen, sechs Frauen und ein Mann, stehen in einem Raum, eine Frau hält einen Blumenstrauß

Gesundheitsreform:

Oerlinghausen. Vertreterinnen und Vertreter kieferorthopädischer Praxen aus Oerlinghausen, Lage, Lemgo, Detmold und Bad Salzuflen haben sich mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Kerstin Vieregge über die Auswirkungen der geplanten Änderungen im Rahmen des GKV-Stabilisierungsgesetzes ausgetauscht. Gastgeberin war Katharina Schröder, M.Sc., von verrückt Kieferorthopädie in Oerlinghausen.

Kritik am Fachzahnarztvorbehalt

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die möglichen Folgen eines vorgesehenen Fachzahnarztvorbehalts für die kieferorthopädische Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Die beteiligten Praxen befürchten, dass künftig qualifizierte Behandlerinnen und Behandler von der Versorgung gesetzlich versicherter Patientinnen und Patienten ausgeschlossen werden könnten. Nach Ansicht der Teilnehmenden sollte bei der Bewertung kieferorthopädischer Qualifikationen nicht allein der formale Ausbildungsweg, sondern die tatsächlich erworbene fachliche Kompetenz berücksichtigt werden. Sowohl die Fachzahnarztausbildung als auch andere anerkannte Weiterbildungswege basierten auf einer mehrjährigen Spezialisierung.

Drohende Verschlechterung der Versorgung

Die Praxen warnen davor, dass die geplanten Änderungen erhebliche Folgen für die Versorgung haben könnten. Nach ihrer Einschätzung wird die kieferorthopädische Betreuung in OWL derzeit durch die bestehende Versorgungsstruktur sichergestellt. Sollten qualifizierte Behandlerinnen und Behandler künftig wegfallen, wären spürbar längere Wartezeiten und eine deutliche Verschlechterung des Zugangs zur wohnortnahen kieferorthopädischen Betreuung zu erwarten. Gerade für Kinder und Jugendliche kann dies problematisch sein, da kieferorthopädische Behandlungen häufig an bestimmte Entwicklungs- und Wachstumsphasen gebunden sind. Die Teilnehmenden sprechen sich daher für einen verlässlichen Bestandsschutz bestehender Praxen und bereits tätiger Behandlerinnen und Behandler aus.

Politisches Engagement zugesichert

„Uns geht es nicht um Titel, sondern um die Frage, wie auch künftig eine hochwertige und wohnortnahe kieferorthopädische Versorgung sichergestellt werden kann“, erklärte Katharina Schröder, M.Sc. Kerstin Vieregge betonte, die vorgetragenen Anliegen und Erfahrungen aus der Praxis in die weiteren politischen Beratungen einzubringen. Sie kündigte an, sich dafür einzusetzen, dass die Auswirkungen der geplanten Regelungen auf die kieferorthopädische Versorgung vor Ort im weiteren Gesetzgebungsverfahren berücksichtigt werden.

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