Der November ist nicht nur bekannt für fallendes Laub und kürzere Tage, sondern auch für eine besondere Art der Gesichtsbehaarung: den Schnurrbart. Viele Männer im Kreis Lippe und Bielefeld lassen sich in diesem Monat einen Schnauzer stehen und beteiligen sich damit an der weltweiten Aktion „Movember“. Dieser Kunstbegriff, eine Kombination aus „Moustache“ und „November“, hat ein ernstes Anliegen: die Sensibilisierung für die psychische Gesundheit von Männern.

Eine aktuelle Auswertung der AOK zeigt, dass psychische Erkrankungen wie Depressionen weit verbreitet sind. Allein im Kreis Lippe leiden etwa 30.400 Menschen (11,1 Prozent) und in Bielefeld 35.800 Menschen (11,4 Prozent) an einer Depression oder einer chronisch depressiven Verstimmung. Obwohl Männer ein halb so großes Risiko wie Frauen haben, an Depressionen zu erkranken, bleibt die Krankheit bei ihnen oft unentdeckt. Der Grund: Männer leiden anders. Matthias Wehmhöner, AOK-Serviceregionsleiter, betont die Wichtigkeit der Unterstützung: „Wir unterstützen die ‚Movember-Aktion ausdrücklich und möchten Menschen und insbesondere auch den Männern mit unserem interaktiven Online-Selbsthilfeprogramm ‚moodgym‘ die Möglichkeit geben, depressiven Verstimmungen vorzubeugen oder diese zu verringern.“

Männliche Depression: Symptome oft unsichtbar

Frauen werden häufiger mit psychischen Krankheiten diagnostiziert. Dies liegt möglicherweise nicht nur an einer stärkeren Belastung, sondern auch daran, dass die typischen Merkmale einer Depression bei Männern weniger sichtbar sind. Stattdessen können sich Depressionen bei Männern durch erhöhte Aggression und Gewaltbereitschaft äußern oder in körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenprobleme oder Potenzstörungen manifestieren. Ein weiteres Problem ist die Neigung zu Suchtverhalten, insbesondere zu übermäßigem Alkoholkonsum, als vermeintliche Bewältigungsstrategie.

Ein entscheidender Faktor ist das Hilfesuchverhalten: Männer suchen deutlich seltener und weniger intensiv Hilfe. Sie führen Störungen ihres seelischen Wohlbefindens häufig auf Stress und berufliche Belastungen zurück, anstatt die tieferliegende psychische Ursache zu erkennen. Dabei gehören Depressionen zu den häufigsten seelischen Störungen im Erwachsenenalter.

Online-Programme als Wegbegleiter zur Genesung

Die gute Nachricht ist: Studien belegen, dass Online-Selbsthilfeprogramme die Behandlung von Depressionen wirksam unterstützen können. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist ‚moodgym‘. Dieses interaktive Trainingsprogramm, entwickelt von australischen Wissenschaftlern auf Basis der kognitiven Verhaltenstherapie, zielt darauf ab, depressiven Symptomen vorzubeugen und sie zu verringern.

Die AOK ermöglicht den kostenfreien und anonymen Zugang zur deutschen Version unter www.moodgym.de. Nutzer lernen hier, negative Wahrnehmungen und Gedanken umzugestalten, um belastende Situationen besser zu meistern und die Stimmung positiv zu beeinflussen. Stiftung Warentest hat ‚moodgym‘ als einziges kostenfreies Online-Angebot das Prädikat „Empfehlenswert“ verliehen. Dieses anonyme und flexible Angebot ist für alle Interessierten frei zugänglich.

Für Angehörige von depressiven Menschen bietet zudem der interaktive ‚AOK-Familiencoach Depression‘ unter www.aok.de wertvolle Unterstützung.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist die Movember-Aktion?

Die Movember-Aktion ist eine weltweite Initiative, die im November stattfindet. Männer lassen sich dabei Schnurrbärte wachsen, um auf die psychische und physische Gesundheit von Männern aufmerksam zu machen, insbesondere auf Erkrankungen wie Depressionen.

Warum ist die psychische Gesundheit von Männern wichtig?

Aktuelle AOK-Daten zeigen, dass psychische Erkrankungen wie Depressionen weit verbreitet sind. Bei Männern bleiben diese oft unentdeckt, da sie anders leiden und seltener professionelle Hilfe suchen. Die Movember-Aktion soll die Sensibilisierung für dieses Thema fördern.

Wie äußern sich Depressionen bei Männern?

Depressionen können sich bei Männern oft untypisch äußern, zum Beispiel durch erhöhte Aggression, Gewaltbereitschaft oder körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magenprobleme oder Potenzstörungen. Auch eine Neigung zu Suchtverhalten, insbesondere übermäßigem Alkoholkonsum, kann ein Symptom sein.

Welche Hilfsangebote gibt es für Betroffene und Angehörige?

Die AOK bietet kostenfreien und anonymen Zugang zum Online-Selbsthilfeprogramm ‚moodgym‘ unter www.moodgym.de, das bei depressiven Verstimmungen helfen kann. Für Angehörige von depressiven Menschen steht zudem der interaktive ‚AOK-Familiencoach Depression‘ unter www.aok.de zur Verfügung.