Viele Menschen meiden den Zahnarzt aus Angst, was gravierende Folgen für die Mundgesundheit haben kann. Eine aktuelle Studie unterstreicht diesen Zusammenhang deutlich. Die Initiative proDente ruft zum Tag der seelischen Gesundheit am 10.10.2026 dazu auf, die Furcht offen anzusprechen und dem Teufelskreis zu entkommen.
Ein verbreitetes Phänomen mit ernsten Folgen
Die 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6) belegt: Je größer die Zahnbehandlungsangst, desto häufiger bleiben Karies unbehandelt, Zähne fehlen oder es besteht ein erhöhter Bedarf an parodontaler Behandlung. Rund ein Viertel der Erwachsenen leidet unter dieser Angst, bei 9 Prozent ist sie so stark, dass von einer Dentalphobie gesprochen wird – einem anerkannten Krankheitsbild. Viele Betroffene meiden den Zahnarzt gänzlich, was einen Teufelskreis aus Angst und Verschlechterung der Mundgesundheit in Gang setzt.
„Zahnarztangst ist weit verbreitet – und sie sollte kein Tabu sein“, betont Dr. Romy Ermler, Präsidentin der Bundeszahnärztekammer und Vorstandsvorsitzende von proDente. „Wer seine Angst offen anspricht, gibt dem Praxisteam die Chance, darauf einzugehen.“ Jeder aufgeschobene Termin verschlimmert das Problem: Kleine Schäden werden größer, Schmerzen nehmen zu und die Angst vor dem nächsten Besuch steigt exponentiell.
Ursachen erkennen, Kontrolle zurückgewinnen
Die Auslöser für Zahnarztangst sind vielfältig: Schlechte Erfahrungen, Furcht vor Schmerz oder der Spritze, aber auch das Gefühl des Kontrollverlusts auf dem Behandlungsstuhl spielen eine entscheidende Rolle. Die gute Nachricht: Angst lässt sich überwinden. Der wichtigste Schritt ist, die Angst nicht zu verschweigen und sie bereits bei der Terminvereinbarung anzusprechen. So kann sich das Praxisteam darauf einstellen.
Klare Absprachen wie ein Stoppsignal, Besprechung der Behandlungsschritte und geplante Pausen geben Sicherheit. Techniken wie ruhiges Atmen oder vertraute Musik können zusätzlich helfen, sich zu entspannen. Bei starker Angst kann eine psychotherapeutische Unterstützung, insbesondere eine Verhaltenstherapie, sehr wirksam sein. „Vertrauen wächst mit jeder guten Erfahrung. Unser Ziel muss sein, dass Angst notwendige Vorsorge und Behandlung nicht verhindert“, so Dr. Ermler.
Zum Tag der seelischen Gesundheit wird deutlich: Psychisches Wohlbefinden und körperliche Gesundheit hängen eng zusammen. Ein sanfter Einstieg in die Behandlung, etwa durch ein einfaches Gespräch oder das Kennenlernen der Praxis, kann bereits den ersten wichtigen Schritt darstellen. Entscheidend ist nicht, die Angst sofort zu besiegen – entscheidend ist der erste Schritt. (Quelle: DMS 6: www.deutsche-mundgesundheitsstudie.de)
Häufig gestellte Fragen
Wann ruft proDente zum offenen Umgang mit Zahnarztangst auf?
Die Initiative proDente ruft am 10. Oktober 2026 zum Tag der seelischen Gesundheit dazu auf, die Furcht vor dem Zahnarzt offen anzusprechen.
Wie viele Menschen in Deutschland leiden unter Zahnarztangst?
Laut der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) leidet rund ein Viertel der Erwachsenen unter Zahnarztangst. Bei 9 Prozent ist diese Angst so stark ausgeprägt, dass sie als Dentalphobie gilt.
Welche Auswirkungen hat Zahnarztangst auf die Mundgesundheit?
Eine große Zahnbehandlungsangst führt laut DMS 6 dazu, dass Karies unbehandelt bleibt, Zähne fehlen oder ein erhöhter Bedarf an parodontaler Behandlung besteht. Dies kann einen Teufelskreis aus Angst und Verschlechterung der Mundgesundheit in Gang setzen.
Was kann man tun, um Zahnarztangst zu überwinden?
Der wichtigste Schritt ist, die Angst nicht zu verschweigen und sie bereits bei der Terminvereinbarung anzusprechen. Absprachen wie ein Stoppsignal, Besprechung der Behandlungsschritte und geplante Pausen können Sicherheit geben. Bei starker Angst kann eine psychotherapeutische Unterstützung, wie eine Verhaltenstherapie, hilfreich sein.