Kartoffeln aus Lippe machen Kinder in der Ukraine satt

28. Juni 2026 | Überregionales

Junger Mann trägt zwei Netze voller Kartoffeln auf einem gepflasterten Weg, dahinter geht eine weitere Person

Sinnvolle Lösung

Die Ukraine ist das Land mit der größten Ackerfläche in Europa und viertgrößter Kartoffelproduzent der Welt. Dennoch können sich längst nicht alle Ukrainer das Nahrungsmittel leisten. Umso mehr freute sich die Hilfsorganisation „Help up mit Herz und Hand e. V.“ über eine außerordentlich große Spende an Kartoffeln.

Ein Überangebot und die Folgen

„Im vergangenen Jahr gab es landesweit ein Überangebot an Speisekartoffeln“, berichtete Landwirt Andreas Meier aus Bad Salzuflen. Die Gründe: Viele seiner Kollegen hatten ihre Anbaufläche sogar noch erweitert, zudem fiel die Ernte sehr gut aus. Der enorme Ertrag führte jedoch dazu, dass der Absatz schwierig wurde.

„Wir haben zum Teil negative Preise, weil eine Entsorgung bezahlt werden muss“, sagte Meier. „Manche seiner Kollegen brachten die Kartoffeln zu einer Biogasanlage, um sie überhaupt loszuwerden. „Das tut mir aber richtig weh, wenn ich so etwas höre“, sagte der Landwirt. „Kartoffeln sind doch Lebensmittel.“ Die Familie Meier baut seit mehr als 50 Jahren Kartoffeln an. Sie werden ab Hof in Selbstbedienung verkauft.

Gemeinsam für den guten Zweck

Daher suchte Andreas Meier den Kontakt zu „Help up mit Herz und Hand“ und bot Kartoffeln der Sorte Belana an. Es gab allerdings zwei Bedingungen: Die Feldfrüchte müssen selbst abgeholt sowie zuvor noch sortiert und in Säcken abgefüllt werden. Der Vereinsvorsitzende Volker Neuhöfer ging sofort darauf ein. An drei Tagen waren je fünf Vereinsmitglieder und weitere Helfer im Einsatz – am Ende waren sage und schreibe 25 Tonnen der Knollen versandfertig.

Mit einem Auflieger-Lastwagen wurden die Säcke in Richtung Ukraine geschickt, wo der Verein seit vier Jahren die 250 Bewohner eines Kinderheims unterstützt. „Eine so riesige Einzelspende an Nahrungsmitteln hatten wir noch nie“, sagte Neuhöfer und bedankte sich ausdrücklich bei dem Landwirt. Andreas Meier war froh, seine Ernte nicht vernichten zu müssen. „Ich habe ein gutes Gefühl, weil ich weiß, dass die Kartoffeln für einen guten Zweck bestimmt sind.“

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